Wissenschaften

Zum Lernen ist es nicht zu spt - der Mensch zwischen Religion , Wissenschaft und Philosophieentischer Zeitzeugenbericht der Jahre 1910 bis 1980 - Durch die Wolken zu den Sternen

Der Autor legt auf über 500 Seiten ein zweiteiliges Erfahrungsbuch zum Thema "Wissen oder Nicht-Wissen und die Konsequenzen" vor. Während Teil 1 die kontroversen Glaubensvorstellungen der Menschheit kritisch betrachtet, behandelt Teil 2 die Ursachen, Alternativen und Möglichkeiten, die das Leben beeinflussen. Jeweils sechs aufeinander aufbauende Kapitel führen den Leser durch die Gedankengänge des Verfassers.

Ein Hauptgegenstand dieses Buchs ist, die Polarisierung von Gut und Böse beziehungsweise Gott und Teufel infrage zu stellen. Manche Gedankenbilder, Traditionen und Glaubensvorstellungen sind mittlerweile doch so zur Gewohnheit geworden, dass sie und ihre Auswirkungen kaum ernsthaft hinterfragt werden. Mögen manche Aussagen vielleicht auch provokativ erscheinen, so soll nach Ansicht des Autors doch niemand provoziert oder beleidigt werden. Bei seinen Analysen bringt er Argumente vor, die sonst nicht offen diskutiert werden. Es soll dabei keineswegs der Glaube von Gläubigen angezweifelt werden, sondern lediglich die Glaubensinhalte. Für seine Darlegungen zieht er insgesamt über hundert Stellen aus verschiedenen heiligen Schriften heran. Auch die hohe Anzahl an moderner Sekundärliteratur zeigt, wie intensiv sich der Autor mit diesem Themenkomplex auseinandersetzt. Mehrfach sucht er den Dialog mit der Leserschaft, indem er rhetorische Fragen stellt oder zum Nachdenken auffordert.

Etwa in der Mitte von Teil 1 wird festgestellt, dass in vielen Religionen die Anerkennung von Gegensätzen als gleichwertige Kräfte fehlt. Hier tritt erstmals der Taoismus in Erscheinung, der nach Auffassung des Autors einer natürlichen Lebensphilosophie am nächsten kommt. Denn Harmonie zwischen Körper und Geist mit den Naturgesetzen führt zu mehr Verständnis und Einsicht über die Zusammenhänge des Lebens und darüber hinaus.

In diesem Kontext stellt der Autor unter anderem auch die Theorie vom sogenannten Urknall infrage. Aber wie auch bei vielen anderen wissenschaftlichen Denkansätzen kommt er zu folgender Erkenntnis: Das Wissen, das man zu besitzen glaubt, ist größtenteils Nicht-Wissen. Denn es sind schließlich immer nur begrenzte Schlussfolgerungen oder Meinungen des Menschen. Für ihn sind Personen realistischer, die schlussfolgern: "Je mehr ich weiß, desto mehr weiß ich, dass ich nichts weiß." Seiner Ansicht nach sind negative und positive Kräfte und Ereignisse für die Lebenszyklen zwar gegensätzlich, aber gleich wichtig und unverzichtbar.

Worauf der Autor stets großen Wert legt: Er maßt sich nie an, anderen Menschen seine Feststellungen aufzudrängen, ein "Lebensberater" oder Problemlöser für andere zu sein. Er gibt immer nur seine persönliche Sicht der Dinge, seine Wahrnehmung, seinen Standpunkt wieder, wobei er versucht, die Standpunkte anderer kennenzulernen und zu verstehen. Es geht ihm nur um eines: Jeder möge durch mehr bewusstes Denken und Handeln im täglichen Leben sein Nicht-Wissen mithilfe von Lernen überwinden. Denn wie besagt ein Sprichwort: "Zum Lernen ist es nie zu spät!"

Andreas Berger
18.05.2015

 
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Das Buch:

Wilfried R. Rost: Wissen oder Nicht-Wissen und die Konsequenzen, Band 1

Frankfurt: Frankfurter Literaturverlag 2015
231 S., 19,80
ISBN: 978-3-8372-1558-8

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Wilfried R. Rost: Wissen oder Nicht-Wissen und die Konsequenzen, Band 2

Frankfurt: Frankfurter Literaturverlag 2015 259 S., ? 19,80 ISBN: 978-3-8372-1561-8

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