Hörbücher

Der Regler kehrt zurück

Gabriel Tretjak war der Mann, der auf Wunsch alles regelte. Daher war es nicht verwunderlich, dass man ihm aufgrund seiner außergewöhnlichen "organisatorischen" Fähigkeiten den Namen "Der Regler" gab. Im vergangenen Sommer sorgte der gleichnamige Roman aus der Feder Max Landorffs für großes Aufsehen auf dem hiesigen Büchermarkt. Im Mittelpunkt standen eben jener Gabriel Tretjak und dessen Geschichte, in der die verschiedenen Aufträge ihm im Verlauf der Geschichte über den Kopf wuchsen und außer Kontrolle gerieten. Am Ende konnte Tretjak froh sein, dass zumindest er selbst mit dem Leben davon gekommen war.

Das vorliegende Sequel "Die Stunde des Reglers" setzt in Tretjaks Zeit der Zurückgezogenheit ein. Sein Refugium hat er sich im Häuschen seines verstorbenen Vaters eingerichtet, das in den italienischen Bergen am Rande des Lago Maggiore gelegen ist. Nach den Vorkommnissen im ersten Fall hat er sich von seiner ehemaligen Tätigkeit des Regelns zurückgezogen. Jedoch würde kaum ein zweiter Teil erscheinen, wenn nicht eine bemerkenswerte Frau, die Teilchenphysikerin Sophia Welterlin vom CERN in Genf, erscheinen und ihn darum bitten würde, einige Angelegenheiten für sie zu regeln.

Autoren, die ihre Bücher unter einem Pseudonym veröffentlichen, stehen aktuell dank der Debatte um das gerade erschienene Buch "Der Sturm" eines gewissen Per Johanssons unter besonders strenger Beobachtung. Aufgrund eines verlagsinternen Versäumnisses bei der Vorankündigung von "Der Regler" weiß man zumindest bei Max Landorff, das sich hinter diesem Pseudonym die beiden Brüder Stephan und Andreas Lebert verbergen. Doch wird sich die Diskussion über die Verwendung von Pseudonymen sofort dann einstellen, wenn wie im vorliegenden Fall eine runde und spannende Geschichte abgeliefert wird.

Wie schon beim Vorgängerroman "Der Regler" hat man Detlef Bierstedt als Sprecher der Hörbuchausgabe gewinnen können. Die deutsche Synchronstimme von George Clooney beweist zum wiederholten Male, warum er zu den gefragtesten deutschen Sprechern gehört. Dank seiner markanten Stimme verbleibt er mit Nachhall im Gedächtnis des Hörers. Man verzeiht Bierstedt daher auch schon mal die eine oder andere falsche Aussprache von Begriffen oder Eigennamen, da er als Leser des vorliegenden Hörbuchs eine wirklich fesselnde Vorstellung abliefert.

Landorff sorgt auch in "Die Stunde des Reglers" dafür, dass selbst Krimi-kundige Leser und Hörer lange benötigen, um sich hinsichtlich Gut und Böse einen Durchblick verschaffen zu können. Die Spannung wird dabei trotz einiger paralleler Stränge vom Autor geschickt hochgehalten, so dass sich das Hörbuch zu einem wahren Disc-Turner entwickelt. Nach dem zweiten Teil ist vor dem dritten Teil: Dank des unvollständigen Bildes bezüglich der Person des Gabriel Tretjak am Ende von "Die Stunde des Reglers" ist die Lust auf eine weitere Fortsetzung mit dem Regler garantiert bei allen Fans deutschsprachiger Krimis bereits heute schon geweckt.

Christoph Mahnel
10.09.2012

 
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Das Buch:

Max Landorff:
Die Stunde des Reglers

Bild: Cover Max Landorff, Die Stunde des Reglers

Sprecher: Detlef Bierstedt
Berlin: Argon Verlag 2012
Spielzeit: 471 Min., € 19,95
ISBN: 978-3-8398-1177-1

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