Hrbcher

Ihre Arme und Beine werden ganz schwer , ...

Eine schwedische Familie wird nahezu komplett ausgel?scht, lediglich der Sohn der Familie hat das Gemetzel schwer verletzt ?berlebt. Die Stockholmer Polizei um Kriminalkommissar Joona Linna ist ratlos und kontaktiert den Arzt Erik Maria Bark. Letzterer gilt als Experte f?r Hypnose, ohne allerdings in den zur?ckliegenden Jahren aktiv praktiziert zu haben. Doch Eile ist geboten: Der M?rder k?nnte es darauf abgesehen haben, die komplette Familie auszul?schen und damit auch auf die ?lteste Tochter, die zum Studium anderswo weilt. Erik Maria Bark l?sst sich daher breitschlagen, den schwer traumatisierten Sohn unter Hypnose zu setzen und ihn nach den Umst?nden der schrecklichen Bluttat zu befragen. Die Folgen sind fatal, und dies nicht nur wegen der Erkenntnisse, die die unbewusste Beichte des Sohnes bereith?lt. 

Hinter dem nach au?en hin verantwortlichen Autoren Lars Kepler versteckt sich das schwedische Autorenpaar Alexandra und Alexander Ahndoril, die mit dem vorliegenden Roman ihr gemeinsames Deb?t aufs Parkett gelegt haben. Die Enth?llung des Pseudonyms war dabei einem Detektivspiel in den schwedischen Medien gleichkommen und erst nach einigen Irrt?mern konnten die beiden tats?chlichen Autoren "?berf?hrt" werden. 

"Der Hypnotiseur" wird zwar als Kriminalroman in den Buchl?den gef?hrt, ist jedoch mit der Person des Erik Maria Bark im Mittelpunkt kein klassischer Vertreter des Genres. Es kommt weder die ?bliche polizeiliche Ermittlungsarbeit zum Zuge, noch wird ein Spannungsbogen ?ber den Fall der ermordeten Familie gespannt, der f?r gew?hnlich eine Aufl?sung am Ende des Romans vorsieht. Vielmehr schwenkt die Kamera im Laufe der Geschichte immer mehr auf Eriks Familie und seine Vergangenheit als Hypnotiseur, scheinen doch die Vorf?lle um eine aus dem Ruder gelaufene Hypnosesitzung vor zehn Jahren verantwortlich daf?r zu sein, dass Eriks Sohn Benjamin entf?hrt worden ist. 

Hat sich der H?rer einmal darauf eingelassen, dass der eigentliche Aufh?nger der Geschichte bereits nach etwa der H?lfte des H?rbuchs aufgekl?rt ist und sich der Schwerpunkt in die zehn Jahre zur?ckliegenden Geschehnisse verlagert, hat man das Vergn?gen, einer sehr besonderen und unkonventionellen Geschichte beizuwohnen. Wolfram Kochs einf?hlsamer Vortrag des H?rbuchs findet in den Hypnose-Sitzungen Eriks seinen H?hepunkt. Insbesondere beim Konsumieren des H?rbuchs w?hrend einer Autofahrt sollte man darauf achten, in diesen Passagen nicht allzu sehr in den Bann gezogen zu werden. 

Dem Autorenpaar alias Herrn Kepler mag man vielleicht vorwerfen k?nnen, die Charaktere der Hauptdarsteller zu wenig gesch?rft zu haben. Stattdessen sieht sich der H?rer gen?tigt, aufgrund peu ? peu gestreuter Informationen sein Urteil ?ber gewisse Personen einige Male zu korrigieren. Dies h?lt den H?rer ?ber den gesamten Verlauf der Geschichte hinweg bei der Stange und fordert ihn wiederholt auf, insbesondere die Beziehung zwischen Erik und seiner Frau immer wieder aufs Neue zu bewerten. 

Der stete Wechsel in den zeitlichen und r?umlichen Ebenen gibt dem vorliegenden H?rbuch einen besonderen Touch, ist aber durch die h?ufig vorangestellten Datumsangaben f?r den H?rer dennoch leicht nachzuvollziehen. Die Produktion des H?rbuchs inklusive einiger musikalischer Untermalungen l?sst sich als rundum gelungen bezeichnen und unterstreicht wieder einmal den hohen Anspruch, mit dem L?bbe Audio seine H?rb?cher auf den Weg bringt. 

Christoph Mahnel 
14.02.2011

 
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Das Buch:

Lars Kepler: Der Hypnotiseur

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Sprecher: Wolfram Koch
Kln: Lbbe Audio 2011
Spielzeit: 454 Min., 19,99
ISBN: 978-3-7857-4373-7

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