Romane

Die auergewhnliche Geschichte eines Nobelhotels

Das Hotel Alpha ist eines der, wenn nicht sogar das, nobelste Hotel in London. Hier gehen die Reichen und Schönen ein und aus, hier werden schweifende Partys gefeiert. Die Berühmtheit des Hotels liegt nicht nur am gebotenen Service, sondern auch an der Persönlichkeit des Eigentümers, Howard York, der sehr extravagant ist und es liebt, sich zu inszenieren.

Graham, der Concierge ist glücklich in seinem Job und erfreut sich auch daran, den Jungen Chas aufwachsen zu sehen. Dieser verlor bei einem Brand im Hotel seine Mutter und wächst seitdem in der Obhut von Howard York und dessen Frau auf.

Dies ist jedoch nicht nur die glückliche Geschichte eines Hotels und seiner Bewohner/Angestellten, sondern auch die Geschichte von dunklen Geheimnissen, die nach und nach enthüllt werden. Wie wird Chas zum Computernerd? Wieso werden Leute, die definitiv gut für das Hotel sind, entlassen? Und was passierte wirklich in jener Nacht, in der das Feuer ausbrach?

Das erste, das einem ins Auge fällt, wenn man das Buch "Hotel Alpha" von Mark Watson im Buchladen sieht, ist das knallrote Cover mit der weißen Schrift und dem weißen Haus. Allein der Titel lässt den Leser erahnen, dass es sich bei dem Gebäude um besagtes Hotel Alpha handeln muss. Das Einzige, was an dem noblen Aussehen etwas ändern, sind die lodernden Flammen, die aus dem Dachgeschoss züngeln. Alles in allem ist dies ein sehr gelungenes Cover, da es sehr viele zentrale Elemente des Buches vereint.

Die Geschichte des Hotels selbst wird aus zwei Perspektiven erzählt: aus der von Chas und aus der von Graham. Bei letzterem merkt man, dass er sich mit Leib und Seele dem Wohlergehen des Hotels verschrieben hat. Er liebt seinen Job und seinen Chef, genießt seine Aufgaben und erfreut sich daran, Chas aufwachsen zu sehen. Chas, der seit dem Brand blind ist, wächst behütet auf und hat, bis zu einem Punkt in der Geschichte, das Hotel noch nie verlassen. Es ist die einzige Welt, die er kennt und die er liebt. Beide Figuren sind liebenswert und werden vom Leser sofort ins Herz geschlossen. Sie fangen jedoch erst im Laufe des Buches an, die gegebenen Situationen in Frage zu stellen. Durch Geheimnisse, die nach und nach enthüllt werden, erreichen alle Figuren auch eine gewisse Tiefe und werden menschlich.

Die Sprache des Buches ist wunderschön und vermag es ohne Probleme, eine Atmosphäre aufzubauen, die den Leser mit auf eine Zeitreise in die Geschichte des Hotels Alpha mitnimmt. Von Beginn an hat man ein bestimmtes Bild des Gebäudes und seiner Bewohner vor Augen und genießt es, immer tiefer in die Geschichte einzutauchen.

"Hotel Alpha" ist eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe. Es besticht nicht nur durch seine real anmutenden Figuren, sondern auch durch die charmante Sprache. Ein besonderer Appetizer sind auch die 100 Kurzgeschichten, die auf einer eigens dafür kreierten Website zu finden sind. Ein Lesevergnügen, das seinesgleichen sucht!

Jana Gengnage
28.09.2015

 
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Das Buch:

Mark Watson: Hotel Alpha. Aus dem Englischen von Andrea Kunstmann.

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Mnchen: Heyne 2015.
352 S., 19,99
ISBN: 978-3-453-26964-4

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