Romane

Abenteuer mit vertauschten Rollen

Fremde, geheimnisvolle Welten und Wesen sind beliebt, und dies nicht erst, seit die Hobbits und das Auenland populär wurden. Die Geschichte mit Plunoptia fängt ganz alltäglich an: eine Familie am Strand, Geschwister, die sich kabbeln, ein merkwürdiger Fund. Der dreizehnjährige Sam erzählt seine Erlebnisse selbst, denn er wird von den magischen Kräften der seltsamen Kiste getroffen, die bewirken, dass er mit einem Jungen in einer fremden Welt die Identität tauscht. Plunoptia liegt in einer anderen Dimension; seine Bewohner sind von kuriosem Aussehen, aber den Menschen ähnlich, sie wohnen in Hütten aus Naturmaterial, leben im Einklang mit der Natur und in Frieden. Aber sie werden auch streng überwacht. Eine geheime Organisation sorgt für Abschirmung und Tarnung und kontrolliert das Verhalten der Bewohner.

Sam erwacht dort und sieht nun aus wie der junge Plunoptier Kolm, fällt aber durch sein Verhalten auf, denn innerlich bleibt er Sam. Er lernt Kolms Freunde kennen, die ihm nach anfänglicher misstrauischer Ablehnung glauben und ihm helfen wollen. Doch Sam gerät in die Fänge der Feldjäger, die allerdings auf den Leser mehr komisch als furchteinflößend wirken. Für Sam wird es brenzlig, und nur mit der Hilfe seiner neuen Freunde gelangt er wieder in seine Welt, während Kolm sich in Sams Welt und Familie durchkämpfen muss. Nach etlichen Verwicklungen kommt alles wieder in seine Ordnung und endet mit einer Prise Wehmut, denn die jungen Leute beider Welten sind nach Missverständnissen und Streit schließlich Freunde geworden.

Zwischen Sam und den Bewohnern von Plunoptia gibt es überraschenderweise keine Verständigungsprobleme; man spricht dieselbe Sprache und staunt nur über die komischen Namen von Dingen, die man nicht kennt. Die Plunoptier fürchten die Bespitzelung durch die geheime Behörde, nehmen sie aber ebenso hin wie die diktatorischen Verordnungen, die auch von Sams neuer Freundin verteidigt werden, da sie der Erhaltung der heilen Welt Plunoptias dienen. Das führt zum Disput mit Sam, der ein Mitspracherecht der Bürger für selbstverständlich hält. Doch allzu ernst wird die Sache nicht ausgefochten, was der lockeren Grundstimmung des Buches entspricht. Die Geschichte ist lebendig erzählt und nicht ohne Spannung und Humor, und sie ermuntert zu Offenheit und Toleranz - eine kurzweilige Ferienlektüre für überwiegend junge Leser.

Dr. Martina Flakowski-Jankovic
09.12.2013

 
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Das Buch:

Beate Irrgang: Die Sache mit Plunoptia

Frankfurt: August von Goethe Literaturverlag 2013
114 S., 12,40
ISBN: 978-3-8372-1321-8

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