Romane

Auf der Suche nach der "Wurzel des bels"

Eindringlich und mitrei?end beschreibt Christa Wolf in ihrer neuen Erz?hlung den Verlauf der lebensbedrohenden Krankheit ihrer namenlosen Heldin gegen Ende der DDR.

Durch mehrere Operationen und qu?lende Untersuchungen versuchen die ?rzte, den Herd der Krankheit zu finden, doch die Patientin muss zun?chst allein durch ihre inneren Gedankenr?ume und -g?nge finden, um ihre unerledigte Vergangenheit aufzuarbeiten. Zwischen wirren Fiebertr?umen, Halluzinationen und Schilderungen des Krankenhausalltags tauchen immer wieder Szenen und Personen aus ihrem fr?heren Leben auf, unter anderem Urban, der erst ihr Freund, dann als SED-Gr??e ihr Gegner wurde. Nach und nach entdeckt die Heldin ihre Vergangenheit f?r sich und f?r den Leser, um sich dann, letztlich geheilt, f?r das Leben zu entscheiden. Die Krankheit steht zugleich f?r den allgemeinen Zusammenbruch der DDR, sowie f?r die psychische Reaktion auf die Vers?umnisse im Leben. Der autobiographische Hintergrund wird hiermit deutlich. Auch musste sich die Autorin gleichfalls nach einem Blinddarmdurchbruch mehreren Operationen unterziehen.

Mit dieser Erz?hlung trennt sich Christa Wolf von der DDR mit ihren Illusionen und L?gen. Selbstironisch beschreibt sie den Krankenhausaufenthalt im Osten: ein qu?lender Krankentransport ?ber holprige DDR-Stra?en, fehlende Hemden und Bettw?sche und eine sich st?ndig wiederholende Situation: die rei?enden "Plastehandschuhe" des Chefarztes. Die endg?ltige L?sung: das rettende Medikament muss aus dem Westen geholt werden.

zei
01.03.2002

 
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Das Buch:

Christa Wolf: Leibhaftig

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Mnchen: Luchterhand Literaturverlag 2002
184 S., 18,00
ISBN: 3-630-87112-7

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