Romane

Science-Fiction der originellsten Sorte und damit alles andere als langweilig

Zwei Außerirdische landen mit ihrem Raumschiff im Barcelona des Jahres 1992. Der Kapitän und sein Techniker Gurb reisen bereits seit hunderten von Jahren gemeinsam durchs All. Sie sind inzwischen nicht nur Kollegen, sondern auch gute Freunde. Doch als sie in Barcelona landen, wo die Menschen sich auf die olympischen Spiele vorbereiten, verschwindet Gurb beim ersten Kontakt mit der "Lebensform der Zone". Eine mittlere Katastrophe, denn ohne Gurb ist der Kapitän so ziemlich aufgeschmissen. Und dennoch muss er täglich in sein Logbuch notieren: "Nichts Neues von Gurb".

Am nächsten Tag macht der Kapitän sich also auf den Weg, um seinen Freund zu suchen. Dabei nimmt er, genau wie Gurb auch, eine menschliche Gestalt an. Doch er muss sich erst an die Welt gewöhnen, in die er da gestolpert ist. Bereits am ersten Morgen schreibt er in das Logbuch: 08:01: Von einem Corsa überfahren. 08:02: Von einem Lieferwagen überfahren. 08:05: von einem Taxi überfahren. Und so nähert der unsterbliche Alien sich der menschlichen Zivilisation langsam an, während er Unmengen von Churros isst und versucht, seinen Freund aufzuspüren. Auf der Suche nach Gurb bleibt kein Stein auf dem anderen. Wird Barcelona diese außerirdische Invasion überleben? Wird der Kapitän seinen Techniker jemals finden? Gibt es in Barcelona genug Churros, um seinen intergalaktischen Appetit zu stillen?

Science-Fiction, die sich irgendwo zwischen "Per Anhalter durch die Galaxis" und "Dr. Who" bewegt - es macht richtig, richtig großen Spaß, ein Buch wie "Nichts Neues von Gurb" zu lesen. Diese Lektüre macht beste Laune über viele, viele Stunden lang. Und ist der beste Beweis: Autor Eduardo Mendoza kann schreiben, dass seinem ganz schwindelig wird. Von seinen Geschichten fühlt man sich regelrecht high, wie sonst nur noch von Drogen. Die vorliegende hat definitiv das Zeug zu einem Klassiker im Bücherregal. In der Literatur gibt es kaum etwas, was damit mithalten kann. Ohne jeden Zweifel ein Knaller unter den Neuerscheinungen 2024! Auch weil Langeweile hier zu keinem Satz auch nur aufkommt. Was für ein geiler Sch... zwischen zwei Buchdeckeln! Wahrlich ein Geniestreich! Durch (fast) nichts zu toppen!

In Eduardo Mendozas Büchern geht es ordentlich ab, so sehr wie eine Rakete. Da dürfte es kaum verwunderlich sein, dass man "Nichts Neues von Gurb" in Dauerschleife liest. Kaum beim letzten Satz angekommen, beginnt man mit der Lektüre wieder von vorne. Gerne hätten es auch einhundert Buchseiten mehr sein dürfen. Leider vergehen die 176 viel, viel zu schnell! Der spanische Schriftsteller versteht es aufs Grandioseste, seine Leserschaft zu unterhalten, und zwar mit Science-Fiction weit abseits des Mainstreams. Danke dafür!

Susann Fleischer 
19.02.2024

 
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Das Buch:

Eduardo Mendoza: Nichts Neues von Gurb. Aus dem Spanischen von Matthias Strobel

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Stuttgart: Klett-Cotta Verlag 2024 176 S., 20,00 ISBN: 978-3-608-98771-3

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