Romane

Das Abenteuer von Wanderfotografin Mimi geht endlich weiter

Württemberg, 1912: Die Wanderfotografin Mimi lebt seit einiger Zeit in der kleinen Leinenweberstadt Laichingen und kümmert sich um ihren kranken Onkel Josef. Die junge Frau hat zu kämpfen, vor allem gegen die Intrigen von Unternehmer Heinrich Gehringer. Der fürchtet um sein Geschäft. Die Weber drohen unter den Arbeitsdruck zusammenzubrechen. Doch dies sei die einzige Möglichkeit, die Leinenprodukte gegenüber der billigeren Baumwolle, die auf den Markt drängt, wettbewerbsfähig zu halten. Mimi wird für viele Dorfbewohner zum Trost, obwohl sie genug eigene Schwierigkeiten hat. Die Pflege ihres Onkels fordert Mimi sehr, ihre Liebe zum gutaussehenden Hannes muss geheim bleiben und das Fotostudio wirft finanziell zu wenig ab. Und trotzdem gibt Mimi nicht auf. Verzweifelt hält sie an ihren Träumen fest.

Mimis Stärke gibt den Kindern der Weber endlich den nötigen Mut, für ihre Freiheit und für eine Zukunft fernab der eingetretenen Pfade zu kämpfen. Möge der Preis noch so hoch sein. Da ist zum Beispiel der künstlerisch äußerst begabte Alexander. Für ihn eröffnet sich die Möglichkeit zu einer Ausbildung auf der Stuttgarter Kunstakademie. Dessen Freund, Gastwirtsohn Anton, lauert hingegen auf seine Chance, aus dem beengten dörflichen Dasein ausbrechen zu können. Ob Mimi ihm helfen kann? Währenddessen wird der Unmut unter den Webern immer größer. Hannes, Mitglied in der Gewerkschaft, stachelt die Arbeiter gegen Heinrich Gehringer auf. Sie sehnen sich nach Veränderung. Es ist Mimi, die ihnen einen Ausweg aus der Situation aufzeigt. Aber werden sie es auch wagen, diesen zu gehen; wider alle Gegenstände?

Als eine Katastrophe das Dorf erschüttert, wird Mimi mit ihren wunderschönen Fotografien für viele der Bewohner zum einzigen Rettungsanker. Immer mehr suchen ihr Fotoatelier auf. Mimi scheint angekommen. Doch nach einer schweren menschlichen Enttäuschung muss Mimi erkennen, dass sie sich nicht nur bei ihrer Arbeit dem schönen Schein hingegeben hat, sondern auch im wahren Leben. Für Mimi ist die Zeit der Entscheidung gekommen ...

Literatur, die das Beste vom Besten in jedem Bücherregal ist - es gibt nur wenige (deutsche) Schriftstellerinnen von der Weltklasse einer Petra Durst-Benning. Sie ist eine der ganz Großen unter den hiesigen Historien-Ladys, eine Autorin ohnegleichen. Und sie sorgt für ein Historienerlebnis, von dem einem nach nur wenigen Sätzen ganz atemlos wird. "Die Fotografin" gehört zu den Highlights der letzten Jahre. Hier erfährt man einen Genuss zum Niederknien. Kaum "Die Zeit der Entscheidung" aufgeschlagen, verschlägt es einem über Durst-Bennings Schreibkönnen glatt die Sprache. Und man ist ganz erfüllt von schönstem Leseglück. Zwischen zwei Buchdeckeln stecken Emotionen pur, außerdem betörendste Poesie, die Frauen zum Strahlen bringt wie kaum etwas anderes. Definitiv die reinste Verführung für alle Sinne, außerdem ein Lesegeschenk für größter Seltenheit und deshalb besonders wertvoll!

Petra Durst-Benning schreibt Historienkino von mitreißender Leidenschaft und mit ungeheurer großer Sogwirkung. Ihre Romane muss man lesen, unbedingt! Mit "Die Fotografin" kriegt man Erzählkunst auf höchstem Niveau in die Hände. Band zwei, "Die Zeit der Entscheidung", bedeutet Unterhaltung, die einen ab der ersten Seite vollkommen gefangen nimmt. Über eine dermaßen fesselnde Lektüre vergisst man die Welt um sich herum. Solch eine Reise in vergangene Zeiten hat man noch nie unternommen. Absolut grandios!

Susann Fleischer 
13.05.2019

 
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Das Buch:

Petra Durst-Benning: Die Fotografin - Die Zeit der Entscheidung

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Mnchen: Blanvalet Verlag 2019 512 S., 20,00 ISBN: 978-3-7645-0663-6

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