Krimis & Thriller

Thrillerliteratur , die pures Dynamit fr die Nerven ist

Wenn es ein Schriftsteller mit dem Teufel höchstpersönlich aufnehmen könnte, dann wohl einzig und allein Michael Robotham. "Der Schlafmacher" scheint direkt Satans Feder zu entstammen. Hier erfährt man Thrillerliteratur, die der schiere Wahnsinn ist, einfach nur genial. Das liegt vor allem an Joe O´Loughlin und Vincent Ruiz. Die beiden sind das beste Ermittlerduo Großbritanniens. Für sie ist kein Fall zu schwer. Und kein Verbrecher, nicht einmal der Leser, hat gegen den Psychologen und dem ehemaligen Detective auch nur den Hauch einer Chance. Stundenlang verfolgt man die beiden bei ihren Nachforschungen und will nichts verpassen. Vor ihnen gibt es kein Entrinnen - ebenso wenig wie vor Robothams Büchern. Diese sind so explosiv wie Dynamit. Also Vorsicht!

Chief Superintendent Ronnie Cray ist verdammt gut in ihrem Job. Doch nicht selten braucht sie die Hilfe von Joe O´Loughlin. Dieses Mal bittet sie den klinischen Psychologen zu einem entlegenen Farmhaus in Somerset. Dort wurden eine alleinerziehende Mutter und ihre Tochter bestialisch ermordet. O´Loughlin kann schlecht ablehnen. Einer seiner Studenten hatte Cray als Profiler seine Dienste angeboten. Allerdings nutzte der selbsternannte "Mindhunter" dann sein Insiderwissen, um Details an die Presse auszuplaudern und die Polizei öffentlich bloßzustellen. O´Louglin fühlt sich verpflichtet, Cray, die mit dem Rücken an der Wand steht, unter die Arme zu greifen. Keine leichte Aufgabe angesichts dessen, dass O´Louglin mit einigen privaten Problemen kämpft.

Das Parkinson-Syndrom lässt Joe O´Loughlin verzweifeln. Und dann ist da noch seine Frau, die ihn verlassen hat, nachdem er ihr fremdging. Ärzte haben bei ihr Eierstockkrebs festgestellt. Eine Hysterektomie und eine anschließende Chemotherapie sollen Heilung bringen. Aber das alles tritt plötzlich in den Hintergrund, als eine weitere Leiche auftaucht, auf deren Stirn der Buchstabe "A" eingeritzt ist. Offenbar haben er, Cray und Vincent Ruiz, einst Leiter des Dezernats für schwere Gewaltverbrechen, es mit einem Psychopathen zu tun. Verdächtige gibt es viele: im Kreis der Familie, Liebhaber und Freunde. Aber alle Spuren erweisen sich als Sackgasse. Dabei bringt O’Loughlin, ohne es zu ahnen, bei seinen Recherchen auch die in Gefahr, die er schützen will.

"Der Schlafmacher" ist ein Killer von einem Thriller - und außerdem der Garant für mehr als eine schlaflose Nacht. Denn Michael Robothams Romane sind der Stoff, aus dem Alpträume gemacht werden. Was man mit diesen in die Hand bekommt, ist Nervenkitzel in geballter Form. Hier findet man zwischen zwei Buchdeckeln so viel Spannung, dass man nach nur wenigen Seiten glatt das Atmen einstellt. Der australische Autor hat es echt drauf, seinen Lesern eine Heidenangst einzujagen und deren Gesundheit ernsthaft zu gefährden. Kaum mit der Lektüre begonnen, schnellt der Puls in schwindelerregende Höhe. Wer Herzprobleme hat, sollte am besten eine Defibrillator neben sich stehen haben. Ansonsten könnte dieses Lesevergnügen das letzte im Leben gewesen sein.

Ohne jeden Zweifel: Michael Robotham ist definitiv einer der besten Thrillerautoren der Welt. Er sorgt für Unterhaltung, die absolut mörderisch ist. Ab dem ersten Satz muss man befürchten, diese Lektüre nicht lebend zu überstehen. Beim Lesen von "Der Schlafmacher" wird man mit den Untiefen der menschlichen Seele knallhart konfrontiert. Diese reichen bis geradewegs in die Hölle - und noch viel, viel tiefer.

Susann Fleischer
08.02.2016

 
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Das Buch:

Michael Robotham: Der Schlafmacher. Psychothriller. Aus dem Englischen von Kristian Lutze

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Mnchen: Goldmann Verlag 2016
416 S., 14,99
ISBN: 978-3-442-31408-9

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