Krimis & Thriller
Detektivische Schafe auf Werwolfjagd
Leonie Swann - die trotz des englisch klingenden Namens in der Nähe von München geboren wurde - hat nun ihren zweiten Schaf-Thriller vorgelegt. Mit "Glennkill" eroberte sie bereits die Herzen vieler Leser. Tatsächlich ist Swann die erste Autorin, die es mit Schafen in der Hauptrolle in die Bestsellerlisten schaffte und auch "Garou", so der Name ihres zweiten Buches - hat schon die Topsellerplätze erklommen. Die bereits vertrauten, schafigen Hauptpersonen "Miss Maple", "Sir Ritchfield" und "Zora" sind erneut auf der Spur mysteriöser Mordfälle.
Ein französischer Winter: Schnee pudert von grünen Tannen herab, Schafe stehen dicht gedrängt zusammen und spenden sich wohlige Wärme, während im Hintergrund die Zinnen eines alten Schlosses in der kalten Wintersonne funkeln. Endlich sind die Schafe von Glennkill auf ihrer lang ersehnten Europareise. Mit ihrer neuen Schäferin Rebecca haben sie die vertrauten grünen Hügel Irlands verlassen und schauen sich die große, weite Welt an. Doch in ihrem so gemütlichen Winterquartier, am Fuße des eben erwähnten französischen Landschlösschens, passieren merkwürdige Dinge: Nicht nur die Anwesenheit der etwas seltsamen Ziegen auf der Nachbarweide machen die Schafe von Glennkill nervös, auch das Gerücht eines Werwolfes schürt das Unbehagen in der Herde.
Ist es wahr, dass im nahe gelegenen Wald ein Werwolf - ein "Loup Garou", wie er im Französischen genannt wird - sein Unwesen treibt? Die Menschen, das bemerken die Schafe schnell, sind nervös. Immer mehr Rehe werden tot und verstümmelt aufgefunden. Und dann geschieht das Grauenvolle: Ein toter Mensch wird am Waldrand entdeckt. Die Schafe sind besorgt: Sie müssen ihre so sehr geliebte Schäferin Rebecca beschützen, denn nun ist klar, der Werwolf macht auch vor menschlichen Opfern nicht Halt. Ungeachtet der Gefahr für das eigene Schafsleben stürzen sich die Tiere, unter der Leitung der klugen Miss Maple, in die Aufklärung des Falles "Garou".
Leonie Swanns zweiter Roman über die Glennkill-Schafe büßt nichts von seinem wolligen Charme ein. Selbst mit Schafen in der Hauptrolle bleibt der Thriller ein ebensolcher: Spannung, Komik und Pfiffigkeit sind in der Handlung aufs Beste verwoben. Zu Beginn hilft die "Dramatis Oves" dem Leser den Überblick über die einzigartigen Charaktere in der Schafherde zu wahren. Gefolgt von der "Dramatis Caprae" wird eine ganz neue Gattung in die Glennkill-Welt eingeführt, nämlich die der etwas zwielichtigen und wissenden Ziegen. Ein lustiges Schmankerl überrascht den Leser, wenn er die Buchseiten schnell durchblättert: am rechten unteren Rand der Seiten erwartet den Glennkill-Fan ein kleines Daumenkino.
Maria Merten
26.07.2010







