Krimis & Thriller

Ein amsant-spannender Wohlfhl-Krimi in grandiosester britischer Tradition; beinahe wie aus der Feder von Agatha Christies Enkelin

Ein plötzlicher Todesfall ruft Freya Lockwood in ihre alte Heimat zurück. Ihr früherer Mentor Arthur Crockleford wurde tot in seinem Antiquitätenladen aufgefunden. Doch er hat sein gewaltsames Ableben kommen sehen und handfeste Hinweise auf seinen Killer hinterlassen, dazu eine schaurige Warnung: Schafft Freya es nicht, seinen Tod aufzuklären, wird sie das nächste Opfer! Während sie Arthurs Spuren auf ein Landgut voller Antiquitäten und zwielichtiger Experten folgt, wird Freya klar, in welcher Gefahr sie schwebt. Denn selbst wenn so mancher Schatz gefälscht ist, die Gauner und Ganoven dort sind vollkommen echt - und ihre Absichten absolut mörderisch. Dabei ist mit Freya jederzeit zu rechnen, wie ihr Leben zeigt.

Freya Lockwood war früher eine der begabtesten Antiquitätenfahnderinnen. Doch nach einem verhängnisvollen Vorfall in Kairo hat sie sich überstürzt in ein Leben als Hausfrau und Mutter geflüchtet. Als ihr alter Mentor zu Tode kommt, ist ihre Spürnase wieder gefordert, denn auch sie schwebt in allergrößter Gefahr. Mit von der Partie ist Carole Lockwood, Freyas Tante und Schauspielerin im (Un-)Ruhestand. Ihr exquisiter Geschmack ist ebenso legendär wie ihre Hartnäckigkeit. Das macht sie zum perfekten Partner für ihre Nichte Freya: Wie sollte sie auch zulassen, dass der Mord an ihrem besten Freund ungesühnt bleibt oder jemand Freya Gewalt antut?

Und ehe sich's Freya und Carole versehen, befinden sie sich mittendrin in Mordermittlungen; noch dazu in ziemlich schwierigen. Selbst Miss Marple würde bei diesen verzweifeln. Freya hingegen nicht einmal annähernd. Sie hat sich schon immer als Detektivin gesehen. Nun kann sie endlich zur Höchstform auflaufen. Für so manche Überraschung bei der Tätersuche ist auch gesorgt, dank Tante Carole. Ihre unkonventionelle, leicht schrullige und nicht selten verpeilte Art bringt Leichtigkeit in die Ermittlungen und befreit Freya aus der einen oder anderen brenzligen Situation. Und am Ende muss Freya, wie die meisten Protagonisten eines klassisch britischen Krimis, feststellen: Nichts ist, wie es scheint. Oder in diesem Fall doch ...?!

Crime-Time, die mindestens so sehr begeistert wie die Romane von Richard Osman ("Der Donnerstagsmordclub") oder von Kerry Greenwood ("Miss Fishers mysteriöse Mordfälle") - eines von C.L. Millers Büchern macht großen, außerdem amüsant-spannenden Spaß von der ersten bis zur letzten Seite. Bei deren Lektüre kommt Langeweile garantiert nicht auf. "Der falsche Vogel" ist der Inbegriff eines Wohlfühl-Krimis. Dieses Debüt überzeugt mit jedem einzelnen Satz, vor allem aber mit Ermittlungsarbeit vom Feinsten sowie ganz viel Charme. Da hat man direkt nach dem Aufschlagen ein extrabreites Grinsen auf den Lippen, während das Herz im Brustkorb heftig klopft. Die britische Autorin ist DER neue Stern am Krimihimmel; und hoffentlich einer, der so schnell nicht ausgeht.

Unschlagbar-genialst ist das Können von C.L. Miller als Schriftstellerin, und einfach nur der Wahnsinn ihr Erstling "Der falsche Vogel". Was man mit diesem in die Hände bekommt? Nicht mehr und nicht weniger als Krimiunterhaltung, die einen schier zum Ausflippen bringt. Da ist man ganz enttäuscht darüber, dass diese lediglich 400 Buchseiten andauert. Und man wartet nach dem Schlusspunkt auf eine Fortsetzung, bitte lieber gestern als morgen! So lange liest man das vorliegende Buch in Dauerschleife. Ist es doch das beste Beispiel von exzellent gemachter Krimiliteratur.

Susann Fleischer 
22.04.2024

 
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Das Buch:

C.L. Miller: Der falsche Vogel. Kriminalroman. Aus dem Englischen von Leena Flegler

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Mnchen: Blanvalet Verlag 2024 400 S., 17,00 ISBN: 978-3-7645-0853-1

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