Krimis & Thriller

Ein Kmpfer fr Gerechtigkeit - wie Max Heller wurde, wer er ist

Seit Kriminalinspektor Max Heller mit "Der Angstmann" (2017) zum ersten Mal den deutschen Kriminalliteraturmarkt betrat, ist er aus zahlreichen Bücherregalen nicht mehr wegzudenken. Seine Fälle genießen Kultstatus. Sind diese doch der Inbegriff von grandiosester Ermittlungsarbeit. Spannung und Historie verbinden sich auch in "In Zeiten des Verbrechens" zu einer Lektüre par excellence. Was man mit diesem Buch in die Hände bekommt, ist Crime-Time ohnegleichen. Autor Frank Goldammer sollte man für sein Können die Hände küssen, mindestens. Ihm ist es zu verdanken, dass der Leser für ein paar Stunden die Welt um sich herum vergessen darf. Und das tut man bei dieser Lektüre gleich ab dem ersten Satz; selbst nach dem dritten oder vierten wiederholten Lesen.

Während die meisten Deutschen noch an einen Sieg gegen die Triple Entente, bestehend aus Frankreich, Russland und das Vereinigte Königreich, glaubt kehrt der 21-jährige Max Heller im Jahre 1917 verletzt und traumatisiert aus dem Ersten Weltkrieg zurück. Im von Hunger, Gewalt und politischen Unruhen geprägten Dresden sucht er nach einem Weg zurück ins Leben, nach Ablenkung, nach Liebe und nach einer Aufgabe. Die Konfrontation mit brutaler Bandenkriminalität, sein großer Gerechtigkeitssinn und der Rat seines Großvaters Gustav Heller, einem Kriminalrat a.D., führen ihn in den Polizeidienst. Als frischgebackener Schupo verliebt sich Heller bei einem Elbdampferausflug in die junge Karin. Doch der Standesunterschied scheint eine Beziehung unmöglich zu machen.

Die Rückkehr in ein einigermaßen normales Leben erweist sich als ziemlicher Kampf. Sieht sich Heller nicht als Opfer, sondern als Täter. Er ist verwundet am Körper, aber noch mehr an der Seele. Und er muss seinen Platz in der Gesellschaft noch finden. Ein alles andere als leichtes Unterfangen. Dass sich Heller, gemeinsam mit einem ebenfalls von der Front heimgekehrten Schulfreund, einer hochkriminellen Bande anschließt, macht das Dasein für Heller nur in weniger Hinsicht einfacher. Als er von einem Himmelsfahrtskommando wider den deutschen Staat erfährt, gerät Heller in einen emotionalen Zwiespalt. Soll er seine "Freunde" verraten? Oder soll er bei der Aktion in vorderster Reihe mitmachen? Da trifft es sich gut, dass Heller seit kurzem wieder Kontakt zu seinem Großvater hat.

Und dann ist da noch Karin, die Heller später kennenlernt. Und in die er sich auf den ersten Blick verliebt. Zu seinem Glück scheint auch sie etwas für ihn zu empfinden. Die beiden verabreden sich zu einem Spaziergang. Doch dann bricht Karin den Kontakt ab. Als Sohn zweier Einzelhändler hat Heller keinerlei Chance bei einer Tochter aus gutem Hause. Karins Familie besitzt eine Villa im Edelstadtteil Blasewitz. Und ihr Vater ist kein Geringerer als Hermann Kolbert, einer der reichsten Unternehmer Dresdens. Hellers Herkunft und Vergangenheit drohen seinen Plänen mit Karin ein jähes Ende zu machen. Aber eins weiß Heller: Wenn er nicht um karin kämpft, wird er es für immer bereuen ...

Krimiunterhaltung mit enormem Suchtfaktor - kaum etwas in der deutschen Spannungsliteratur berauscht so sehr wie die Fälle für Max Heller. Jeder davon einen Geniestreich zu nennen, wäre noch eine Untertreibung. Mit diesen ist für eine Lektüre gesorgt, für die man nicht nur alles stehen und liegen lässt, sondern ebenso gerne mehr als eine Nacht durchmacht. "In Zeiten des Verbrechens" steht den Vorgängern in nichts nach. Kaum den vorliegenden Roman aufgeschlagen, wird es spannend. Was nicht nur an der Story und dem Protagonisten liegt, sondern vor allem an Frank Goldammers unfassbarem Talent, Geschichte(n) zu erzählen. Ob dieses vergisst man die Welt vollkommen um sich herum; darüber hinaus sogar das Atmen. Einfach nur grandios, wie Goldammer schreiben kann.

In der (deutschen) Krimiliteratur kommt man um die Veröffentlichungen von Frank Goldammer partout nicht herum. Aus gutem Grund, denn dank diesen liest man sich in den genialsten Rausch seines Lebens. Die Lektüre von "In Zeiten des Verbrechens" hat eine ähnliche Wirkung wie Drogen. Man fühlt sich über viele, viele Stunden lang ganz high. Aber so geht es einem bei jedem einzelnen Fall für Max Heller!

Susann Fleischer 
21.08.2023

 
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Das Buch:

Frank Goldammer: In Zeiten des Verbrechens. Kriminalroman

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Mnchen: dtv 2023 448 S., 17,00 ISBN: 978-3-423-26364-1

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