Krimis & Thriller

Krimiliteratur at its best, geschrieben von einem Meister seines Fachs

Jahrelang war Thea pausenlos im Einsatz für "Ärzte ohne Grenzen". Bis sie bei einem Bombenanschlag beinahe ums Leben kam. Nun will sie, zusammen mit ihrem Mann David und Hundedame Emee, in Schonen neu anfangen. Mit dem Kauf eines leer stehenden Schlosses und der Übernahme einer Arztpraxis auf dem Land hofft sie, die Vergangenheit endlich hinter sich lassen zu können. Das beschauliche Tornaby scheint ein beschaulicher, sicherer Ort zu sein. Zumindest nach außen. Doch sobald die Sprache auf eine Tragödie kommt, die sich vor dreißig Jahren hier ereignete, hüllen sich die Dorfbewohner in Schweigen. Welche Geschichte verbirgt sich hinter dem sogenannten "Frühlingsopfer"? Und wer kann sie erzählen? Thea beginnt, selbst zu ermitteln - ungeachtet dessen, dass sie durch ihre Recherchen alles aufs Spiel setzt, wofür sie so hart gekämpft hat.

In der Walpurgisnacht 1986 wird die 16-jährige Elita Svart, ein Zigeunermädchen mit dem Ruf einer Lolita, im Wald neben einem Schloss in Österlen getötet. Alles wirkt, als habe man sie bei einem Ritual geopfert. Zeugen sind David und drei seiner Freunde. Elitas Stiefbruder wird schließlich für die Tat verurteilt, und kurz darauf verschwindet die ganze Familie spurlos. Frühling 2019: Nachdem Thea einen seltsamen Fund in einer uralten Eiche gemacht hat, steigt ihre Faszination für den Mord an Elita, der sich direkt neben ihrem neuen Zuhause zutrug. Je mehr Ähnlichkeiten sie zwischen der Kindheit des getöteten Mädchens und ihrer eigenen schmerzhaften Vergangenheit entdeckt, desto mehr ist sie überzeugt davon, dass die Wahrheit über diese Nacht nie ans Licht kam. Und dass der Frühling 1986 vielleicht mehr Opfer gefordert hat ...

Spannung, die kaum auszuhalten ist - "Bluteiche" ist ein ganz heißer Anwärter auf den besten, mörderischsten Krimi 2021. Autor Anders de la Motte beweist, dass er in einem Atemzug mit Bestsellerstars wie Jørn Lier Horst, Kristina Ohlsson oder gar Harlan Coben genannt werden sollte, nein: sogar muss. Seine Bücher gehören zum Gefährlichsten im Bücherregal. Nicht nur wegen des Nervenkitzels vom ersten bis zum letzten Satz. Sondern auch weil diese hochgradig süchtig machen, noch mehr als Drogen. Das vorliegende liest man wie im Rausch. Man kann es partout nicht mehr aus der Hand legen. Die Story fesselt gnadenlos, bringt einen um den Schlaf über zwei, drei Nächte lang. Der schwedische Schriftsteller ist ein Exportschlager, der auch hierzulande für ordentlich Furore sorgt, außerdem für ernstzunehmende Angstzustände bei den Lesern.

Anders de la Motte schreibt Krimiliteratur in absoluter Perfektion. Seine Romane sind einfach nur der schiere Wahnsinn, eine echte Sensation auf dem Buchmarkt weltweit. Für "Bluteiche" braucht man Nerven, die mindestens so stark sind wie Drahtseile, wenn nicht noch um einiges stärker. Denn hier Thrill-Time auf höchstem Spannungslevel. Diese Lektüre verlangt einem (fast) alles ab. Es könnte sogar sein, dass man sie nicht lebend übersteht. Also, unbedingt Vorsicht!

Susann Fleischer 
06.04.2021

 
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Das Buch:

Anders de la Motte: Bluteiche. Kriminalroman. Aus dem Schwedischen von Marie-Sophie Kasten

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Mnchen: Droemer Verlag 2021 432 S., 14,99 ISBN: 978-3-426-30743-4

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