Kinder- & Jugendbücher

Von Wichteln, Feen und dem Zauber von Mittsommer

Der Frühling hält Einzug in den Häschenwald, in dem der Wichtel Grantel, die Kaninchenfamilie mit den Kindern Nina und Kalle, der Uhu, die dicke Hummel und auch der tapfere Kaninchenjunge Anton wohnen. Als ein großes Unwetter die Waldbewohner in Angst und Schrecken versetzt und ihre Behausungen zerstört, fällt auch die Kaninchenhöhle den Wasserfluten zum Opfer. Als Anton den geliebten Hut von Papa Kaninchen rettet, steigt er nicht nur im Ansehen des gestrengen Vaters, sondern wird auch in Ninas Augen immer mehr zum Helden.

Während sich die verletzten und erkälteten Tiere alle im Haus des Wichtels Grantel einfinden, um von ihm gesund gepflegt zu werden, wartet Nina sehnsüchtig auf Anton, der sich jedoch tagelang nicht blicken lässt. Er ist selbst Opfer des Unwetters geworden und wurde von einem umstürzenden Baum eingeklemmt. Grantel findet ihn in einem schlechten Zustand und nicht nur Nina, sondern die gesamte Kaninchenfamilie kann nur hoffen, dass er sich von seinen Verletzungen erholt.

In all dem Unglück und dem Bangen um die verletzten Tiere vergessen die Waldbewohner jedoch eines nicht: die Vorfreude auf Mittsommer, das Fest, bei dem die Sonne niemals untergeht, getanzt und gegessen wird. In dieser magischen Nacht soll unter anderem auch Zauberei und vor allem Liebe im Spiel sein, wie der Uhu zu berichten weiß. Wen im Häschenwald die Liebe wohl diesmal treffen wird?

Ulf Stark, der schwedische Kinder- und Drehbuchautor, ist bereits mit unzähligen namhaften Preisen ausgezeichnet worden, u.a. mit dem Astrid-Lindgren-Preis, der Nils-Holgersson-Plakette, dem August-Preis und dem Deutschen Jugendliteraturpreis für "Kannst du pfeifen, Johanna?". Die Illustratorin Eva Eriksson ist nicht minder bekannt und ebenfalls eine Meisterin ihres Fachs. Als eine der berühmtesten schwedischen Kinderbuchillustratorinnen kennt man sie u.a. von "Max"-Bilderbüchern, die bereits zu den Klassikern der schwedischen und internationalen Kinderliteratur gehören.

In "Das große Fest im Häschenwald" verzaubert vor allem die liebevolle Ausstattung mit kleinen gezeichneten Blüten. Sie kennzeichnen Kapitelanfänge, Absätze oder verzieren die Klappeninnenseiten und geben damit den Ton des Buches so treffend wieder: Es geht um das Erblühen der Natur im Frühling und die Vorfreude auf eine magische Nacht im Juni, wenn das Licht, die Natur und die Lebensfreude ihren Höhepunkt erreicht haben.

Wenn zwei solche Größen aus der schwedischen Kinderbuch-Szene wie Stark und Eriksson zusammenarbeiten, kann eigentlich nur etwas Berührendes und optisch Überzeugendes herauskommen. "Das große Fest im Häschenwald" erzählt eine rührende Geschichte von Freundschaft, Liebe, Unglück und dem Zauber, der von der Natur und dem Kreislauf des Lebens ausgeht. Ist dem Leser hierzulande die Faszination von Mittsommer nur aus der von Schweden nach Deutschland schwappenden Krimiwelle und der Vermarktungsstrategie eines Möbelhauses bekannt, so vermittelt die Häschengeschichte doch sehr gut, was Mittsommer für Schweden und seine Bewohner bedeutet. Gepaart mit einer Prise nordischer Mythologie, sprich Wichteln und Feen, ist das typische schwedische Kinderbuch perfekt. Die deutschen Kinder werden es genauso lieben, wie sie auch Pippi, Pettersson und Köttbullar lieben.

Sabine Mahnel
18.04.2017

 
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Das Buch:

Ulf Stark:
Das große Fest im Häschenwald. Mit Illustrationen von Eva Eriksson

Bild: Buchcover Ulf Stark, Das große Fest im Häschenwald

Hamburg: Oetinger Verlag 2017
121 S., € 16,99
ab 5 Jahren
ISBN: 978-3-7891-0491-6

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