Gedichtbände

Berührende Gedichte

Moderne, verständliche Gedichte sind heute eher selten. Susanne Grube schreibt solche in einer leicht lesbaren, oft erfreulich poetischen, manchmal jugendlich schnoddrigen Sprache. Ihr Buch enthält 41 gereimte und ungereimte Gedichte.

Sie versucht poetisch zu beeindrucken, was ihr auch immer wieder gut gelungen ist, zum Beispiel in den Gedichten "Die Muschel" (Paarreim!), "Mein Stift" (Paarreim),  "Der Behinderte" (umschließender Reim, Blockreim), "Ein neuer Tag" (Kreuzreim) und "Versuch Deine Lippen" (ungereimt). Das sind intelligente, verständliche, anrührende, poetische Gedichte!

Beeindruckend ist ihre Authentizität. Sie ahmt weder Eichendorff, noch Hölderlin nach, noch die vielen dadaistischen modernen Autoren. Sie ist ganz sie selbst.

Jeden Leser werden die lyrischen Portraits der "underdogs" unserer Gesellschaft berühren.
Prostituierte und Häftlinge sind für sie kein Tabu. Auch Arbeitslosen und Behinderten widmet sich ihre lyrische Aufmerksamkeit. "Im Hinterhof ihres Herzens" weilen die Obdachlosen, die Ungeküssten und die Kranken.
In der letzten Strophe des Gedichts "Das Gefühl von Grau" geht es auch um sie selbst:

"Hätte gern den Regenbogen
oder Schwarz und manchmal Blau
doch auf meiner Lifepalette
zeigt sich immer nur das Grau"

Manfred Enderle
10.11.2014

 
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Das Buch:

Susanne Grube:
Das Gefühl von Grau

Bild: Buchcover Susanne Grube, Das Gefühl von Grau

Frankfurter: August von Goethe Literaturverlag 2014
48 S., € 9,80
ISBN: 978-3-8372-1516-8

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