Gedichtbnde

Endzeitgedanken

Jean-Jacques Kariger hat sich zeitlebens intensiv dem Geistesschaffen gewidmet, lange Jahre geistig inspiriert durch seine Gattin Marie Thérèse Kariger-Karier. So war es Kariger ein Bedürfnis, nach ihrem Ableben 2009 die in der Weimarer Schillerpresse von ihr erschienene Publikation über sein Schaffen "Ein Leben für das Wort" 2011 erneut veröffentlichen zu lassen.

Der im luxemburgischen Rodange 1925 geborene Schriftsteller, Lyriker und Botaniker erwarb sich mit seinem Schaffen hohe Anerkennung. Bereits sein 1962 erschienenes Erstlingswerk, der Lyrikband "Leuchtender Kreis", wurde von der Fachpresse mit Lob bedacht und gewürdigt.

Kariger war schon als Zehnjähriger ein eifrig Belesener und widmete sich während der Zeit im Atheneum und Gymnasium über das eigentliche Pensum hinaus bereits lateinischen Schriften. Die Liebe zur lateinischen Sprache hat ihn offensichtlich immer begleitet und so liegt der neue Lyrikband "Dicta Apocalyptica" in lateinischer und deutscher Sprache vor.

In den Abschnitten Katastrophe, Rechtfertigung und Endzeitverfassung setzt er sich intensiv damit auseinander, was die Menschheit ausmacht. Er stellt die Frage, ob das 21. Jahrhundert das bei weitem Grässlichste sei (Seite 56) und ob der Homo sapiens der Erde würdig ist.

Die politische Verstrickungen unsrer Zeit, der achtlose Umgang mit dem Geisteswort beschäftigen den Geistesschaffenden sehr und lassen ihn in einigen Versen zu drastischen Worten greifen, wenn er zum Beispiel von der Sanktionierung viehischer Gelüste spricht und sich auch nicht davor scheut auszuführen, dass die Politik auf einer großen Menge von Hohlköpfen beruht. Der naturverbundene Botaniker Kariger kommt zu dem Schluss, dass die Antwort in der unberührten Natur zu suchen ist und bekennt auf Seite 63:

Nichts ist sicherer 
tödlicher, je, 
als der Ausgang 
einer Versklavung 
durch Schandmärchen

Er kann sich nicht damit zufrieden geben, dass die Gesellschaft mehr denn je von der Technik diktiert wird und wie er sagt, die Ideen vertraulich Maschinen gegeben wurden und mahnt unter anderem in seinen abschließenden zehn Geboten vor Endzeit zur Vorsicht vor elektronischer Bindung und fordert auf, das Land der Vergangenheit zu lieben, das die Dichter und Denker segneten.

Zugleich fühlt er sich der Wahrheitssuche verpflichtet, was auch zwölf Verbote vor Endzeit einschließt, die er den Geboten anfügt.

Dr. Helga Miesch
27.01.2014

 
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Das Buch:

Jean-Jacques Kariger: Dicta Apocalyptica

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Frankfurt am Main: August von Goethe Literaturverlag 2013
90 S., 12,40
ISBN: 978-3-8372-1291-4

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