Ratgeber

Nie mehr ber fiese Fragen rgern?

Das verspricht zumindest der Autor des Buches. Wer h?tte es nicht schon erlaubt: Man bekommt eine Frage gestellt, und erst sp?ter f?llt einem ein, dass man a) auf die Frage eigentlich gar nicht h?tte beantworten sollen, weil der Inhalt der Frage den Fragesteller gar nichts angeht, und b) eine gute Antwort, die man direkt h?tte geben sollen.

Tats?chlich ist ein gro?er Vorteil dieses Buchs, dass die Leser sich erst einmal dar?ber klar werden, welche Fragen ? eben die fiesen Fragen ? uns im t?glichen Leben so alles gestellt werden. Und das sind doch einige. Ob andere Leute um unseren Vorteil bem?ht sind, uns herablassend behandeln oder uns anderweitig mit Fragen in Bedr?ngnis bringen wollen und uns dadurch in Zugzwang zu bringen versuchen, meist stehen wir diesen Fragen hilflos gegen?ber.

Auf der anderen Seite gibt der Autor einige Antworten, die man ? wie er selber zugibt ? sehr dosiert anwenden sollte und keinesfalls gegen?ber Leuten, mit denen man beruflich oder privat sp?ter noch etwas zu tun haben will. Denn einige der Antworten fallen durchaus unter das, was man gemeinhin als starker Tobak bezeichnet. Das Gegen?ber wird sicher erst einmal schlucken und sich dann wahrscheinlich beleidigt abdrehen. Wenn dieser Effekt gewollt ist, also wir den fiesen Frager vertreiben wollten, dann ist die Antwort sicher eine schlaue gewesen. Gegen?ber Arbeitskollegen, Chefs und Lebenspartnern jedoch kann aus dieser angeblich schlauen sehr schnell eine dumme Antwort werden, die uns n?mlich mehr schadet als nutzt.

Leider bleibt das Buch n?mlich genau diesen Bereich schuldig, wie man sich n?mlich gegen fiese Fragen wehrt, ohne gleich das Gegen?ber so zu vergr?tzen, dass weitere Kontakte nicht mehr m?glich sind.

Der zweite, knappe Teil des Buches besch?ftigt sich mit den Fallen, die man sich durch Fragen und viel mehr durch Antworten selber stellen kann. Wie der erste Teil liegt hier der gro?e Vorteil im Umstand, sich Frage-Antwort-Situationen vorstellen zu k?nnen und selbst Antworten zu entwickeln, um nicht durch eine Frage in eine Verteidigungshaltung zu geraten, sondern uns selbstbewusst gegen allzu aufdringliche Frager zu retten.

Das Buch ist also keine Anleitung nach dem Motto: Das brauche ich nur zu lesen, dann kann ich schlaue Antworten auf fiese Fragen geben, sondern es hilft gut dabei, sich ?ber diese fiesen Fragen und auch die Motive der Fragesteller klar zu werden und mit Hilfe der wenigen vorgegebenen Antworten (wobei die Redundanz in einigen Kapiteln ?berfl?ssig ist) eigene Antworten zu entwickeln und dadurch eine bessere Position im allt?glichen Mit- und manchmal sicher auch Gegeneinander zu erreichen.

-hah
03.09.2002

 
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Das Buch:

Bernd Latour: Schlaue Antworten auf fiese Fragen

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Stuttgart/Zrich: Kreuz Verlag 2002
220 S., 12,90
ISBN: 3-7831-2146-9

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