Buch des Monats - August 2011

Martin Suters neuer Allmen-Krimi: Jagd nach dem rosa Diamanten

Der Schweizer Autor Martin Suter hat mit "Allmen und der rosa Diamant" den zweiten Allmen-Band herausgebracht. Darin verspricht sich der Lebemann endlich wieder einen Coup, der seinem notorischen Geldmangel ein Ende setzen soll.

Ist es ausgemachter Bl?dsinn oder tiefsinniges Lebensmotto, wenn Johann Friedrich von Allmen solche S?tze wie "Mit Geld f?llt einem das Reichsein leichter" von sich gibt? Wer den ersten Band von Martin Suters Krimi-Reihe um den Schweizer Lebemann Allmen ("Allmen und die Libellen") gelesen hat, der wei?, dass der verschwenderische, an chronischer Geldnot leidende Gentleman seine lakonische Feststellung durchaus ernst meint. Die Gelegenheit, endlich mal wieder das gro?e Loch in der Kasse stopfen zu k?nnen, bietet sich dem Selfmade-Detektiv im zweiten Band "Allmen und der rosa Diamant".

Martin Suter setzt beim Leser auf Kenntnis des Vorg?nger-Buches und verzichtet auf eine Erkl?rung, wie aus dem charmanten M??igg?nger ein Ermittler geworden ist, der gemeinsam mit seinem Diener, Freund und Partner Carlos eine Detektei f?r Kunstdiebstahl gegr?ndet hat. Sowohl die Tatsache, dass er "Allmen International Inquiries" angeblich weltweit operieren l?sst, als auch sein Motto "The Art of Tracing Art" (Die Kunst der Fahndung nach Kunst) sind bezeichnend f?r Allmens Gro?spurigkeit. Sie machen den Mann aber keineswegs unsympathisch - im Gegenteil.

Nun also soll Allmen den millionenschweren rosa Diamanten finden, von dem er zun?chst annimmt, dass es sich um ein Schmuckst?ck handelt. Seine und Carlos' Ermittlungen bringen ihn auf die Spur des Russen Sokolow, mit dem er sich anfreundet und der tats?chlich im Besitz des "Kleinods" ist. Sokolow wird umgebracht, die T?ter und andere undurchsichtige Typen jagen nun Allmen. Alles, was sich nun abspielt, ist leicht verdauliche und vergn?gliche Lesekost.

Der Schweizer Erfolgsautor hat mit Allmen einen Typ geschaffen, dem er nicht nur seine eigenen Kenntnisse aus der Welt der Reichen und Sch?nen vermitteln kann, sondern auch eine ironische Seite verpasst. Zudem vereint der weltgewandte Ermittler Eigenschaften bekannter Figuren aus einschl?giger Kriminalliteratur. So besitzt Allmen die Schlitzohrigkeit eines Ars?ne Lupin, das Genie?er-Gen eines Commissario Brunetti und die Eleganz eines Inspector Lynley.

Gelungen ist auch Allmens Gegenst?ck Carlos, das Faktotum aus Guatemala. Der ebenso wortkarge wie schlaue Butler, der hier - im Gegensatz zum ersten Band - mehr Kontur erh?lt und rein finanziell gesehen inzwischen eigentlich der wahre Chef der Detektei ist, entpuppt sich als Computergenie, was f?r die L?sung dieses Falls ungemein wichtig ist. Die legere, heitere Gangart der beiden macht locker wett, was dem Roman mitunter an Schl?ssigkeit und Rasanz fehlt. Man darf sich auf den n?chsten Allmen-Band freuen: Dann wird, wie sich bereits andeutet, wohl eine Frau die Dritte im Bunde sein.

Frauke Kaberka, dpa
01.08.2011

 
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Das Buch:

Martin Suter: Allmen und der rosa Diamant

Zrich: Diogenes Verlag 2011
220 S., 18,90
ISBN: 978-3-257-06799-6

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