Krimis & Thriller
Nach dem eindrucksvollen Debüt wieder Hochspannung vom Feinsten von Tessa Duncan
Bei einem Einsatz anlässlich eines Banküberfalls schießt Police Sergeant Martin Gordon seinen Kollegen Clark Jarrett an. War das nur ein Versehen? Oder etwa doch Absicht? Nicht zum ersten Mal gab es Konflikte zwischen den beiden Polizisten. Deren Vorgesetzter beauftragt Lily Brown, ein psychologisches Gutachten über Gordon zu erstellen. Doch die Therapiegespräche verlaufen die meiste Zeit im Schweigen auf Gordons Seite. Noch bevor Lily zu dem verschlossenen Mann durchdringen kann, begeht er Selbstmord. Er hinterlässt einen Brief mit der Botschaft: "Lily Brown wird herausfinden, was wirklich geschehen ist." Lily kann sich zwar keinen Reim darauf machen, wird aber zu den internen Ermittlungen der Umstände von Gordons Tod hinzugezogen.
Die Suche nach Antworten führt Lily Brown tief in die Vergangenheit von PS Martin Gordon und zu einem Geheimnis, von dem die Canterbury-Polizei nicht will, dass es jemals ans Tageslicht kommt. Doch Lily ist intuitiv, außerdem hartnäckiger und cleverer, als gut für sie ist. Dieser Fall allerdings droht sie an ihre Grenzen zu bringen. Immer wieder tun sich neue, noch tiefere Abgründe vor ihr auf. Lily wird immer mehr in einem Strudel gezogen, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Dass die Therapeutin vor (fast) nichts Angst zu haben scheint, ist nicht immer von Vorteil. Liliy gehört zu denen, die sich wie ein Pitbull in ihrem Fall verbeißen. Und sie wird erst loslassen, wenn sie die Wahrheit weiß, und wirklich nichts als die Wahrheit; egal zu welchem Preis ...
Sogar noch spannender als Band eins der "Canterbury-Fälle" - Leser von Nicci French, Michael Robotham und Co. sollten sich "Wer mit den Wölfen heult" definitiv nicht entgehen lassen. Hier erfährt man Psycho-Thrill par excellence, sodass man sich um die Herzgesundheit und Nachtruhe ernsthaft Sorgen machen muss. Tessa Duncan schreibt ihre Geschichten mit einer Extraportion Nervenkitzel. Und dennoch, trotz aller Gefahr, ist an ein Weglegen des vorliegenden Buches partout nicht zu denken. Man liest es wie im Rausch, allerdings auch einem Puls weit über dem Normalbereich, bei 180 Schlägen pro Minute und höher. Einen besseren Beweis, dass Autor*innen aus Deutschland mit der internationalen Konkurrenz mehr als mithalten können, braucht es nicht!
Niemand kann schreiben wie Tessa Duncan. Ihr Können haut einen glatt vom Hocker. Nicht nur deshalb ist die Lektüre ihrer Veröffentlichungen ein Muss; noch dazu ein bisher noch nie dagewesenes. Um "Wer mit den Wölfen heult" kommen Liebhaber der Spannungsliteratur einfach nicht herum. Hier erlebt man zwischen zwei Buchdeckeln Crime-Time, die kaum auszuhalten ist. Also, gerne fürs Fernsehen verfilmen; wie schon zuvor erfolgreiche Serien so mancher Skandinavier!
Susann Fleischer
09.02.2026
