Hrbcher

Ein Mdchen in den Wirren der Zeit

Seit dem Tod ihres kleinen Bruders ist Andis Herz gebrochen. Das M?dchen hat seit jenem schicksalhaften Tag sein L?cheln verloren und f?hlt sich einsam und leer. Daran k?nnen auch ihre Eltern nichts ?ndern - zumal diese selbst mit der Schwere des Verlustes zu k?mpfen haben. Hilfe suchen sie lieber bei einem kompetenten Psychiater, der Andi Tabletten und unn?tze Therapiestunden verschreibt. Erst als ihr Vater sie nach Paris entf?hrt, sieht der Teenager erstmals einen kleinen Schimmer am finsteren Horizont. Dort findet sie in einem alten Gitarrenkoffer das Tagebuch von Alexandrine - einer jungen Frau, die sich Marie Antoinettes Sohn Charles Louis sorgte und dabei die Wirren der Franz?sischen Revolution am eigenen Leib und Leben erfahren musste. Dem Papier konnte sie anvertrauen, was ihr Herz umtrieb und was sie in dieser Zeit alles durchmachen musste.

Die Lekt?re von Alexandrines Tagebuch erweist sich f?r Andi als ein ersch?tterndes Erlebnis, das sie nachdenklich macht und tief bewegt. Von Angst und Hass ist auf den Seiten die Rede, aber auch von Mut, Entschlossenheit und von einem, der auf ein gl?ckliches Ende hoffen l?sst. Je weiter sich Andi auf Alexandrines Geschichte einl?sst, umso tiefer gestaltet sich ihr Fall in ein gro?es Drama, das unweigerlich mit ihrem eigenen verflochten ist. Die Parallelen beider Leben sind unabstreitbar und werfen Andi in ein Gef?hlschaos sondergleichen. Dank dieses Tagebuches er?ffnet sich f?r das M?dchen erstmals eine Chance, von ihrer Schuld loszukommen und zur?ck zum Leben zu finden. Doch wie Alexandrine muss auch Andi sich einer unbequemen Wahrheit stellen ...

Jennifer Donnellys "Das Blut der Lilie" ist ein atemberaubendes und zugleich sinnliches Erlebnis, das man so schnell nicht mehr vergessen wird. Man taucht regelrecht in die Geschichte ein und empfindet diese als einen Traum, der einen forttragen m?chte - in fremde Zeiten, andere L?nder. Trotz des intensiven Gef?hls, das beim H?ren allseits sp?rbar ist, fehlt es hier nicht an Spannung und leisen Witz, die f?r zus?tzliche Unterhaltung sorgen. Ganz abgesehen von den detailreichen Bildern, die Donnelly in ihrem Roman langsam aufbaut und versucht, f?r die Ewigkeit festzuhalten. Dass ihr dies exzellent gelingt, liegt vermutlich auch an Lotte Ohm und Josefine Preu?, die der Geschichte eine Stimme geben. Sie machen "Das Blut der Lilie" zu einem H?rbuch voller W?rme und Sch?nheit, die den Zuh?rer umgibt wie ein Schimmer. 

Susann Fleischer
01.08.2011

 
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Das Buch:

Jennifer Donnelly: Das Blut der Lilie. Aus dem Amerikanischen von Angelika Felenda

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Sprecherinnen: Lotte Ohm und Josefine Preu
Berlin: Der Audio Verlag 2011
Spielzeit: 448 Min., 24,99
ISBN: 978-3-86231-059-3

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