Romane

ber die Suche nach dem Glck und dem Sinn des Lebens

Jonathan lebt in San Francisco und muss sich eines Tages eingestehen, dass er in eine Sackgasse geraten ist: Seine Frau hat ihn verlassen, seine Karriere droht zu scheitern, und er leidet unter der Trennung von seiner kleinen Tochter. Dabei dachte Jonathan lange Zeit, dass alles so verläuft, wie es sein sollte. Doch die vermeintlich unumstößlichen Pfeiler seines Lebens (beruflicher Erfolg, Heirat, Familie) sind ins Wanken geraten und drohen schon bald endgültig einzustürzen. Und dann ist da noch die Zigeunerin auf einem Jahrmarkt, die ihm seinen baldigen Tod aus der Hand liest. Diese Begegnung stellt alles schlagartig in Frage, woran Jonathan bis dahin geglaubt hat. Jonathan ist zutiefst schockiert und beschließt, sich eine Auszeit zu nehmen. Er zieht sich zurück zu seiner Tante.

Margie wohnt in der Nähe der kalifornischen Hafenstadt in einem Haus mit wunderbarem Garten, direkt am Meer. Kaum dort angekommen, glaubt sich Jonathan endlich frei von all seinen Ängsten und insbesondere von all seinen Problemen. Dabei ist er ein Gefangener der Gesellschaft und ihrer Konventionen. Um wirklich von allem losgelöst zu sein, muss er verstehen lernen, eins mit dem Universum zu sein. Während seines Aufenthaltes erkennt Jonathan immer mehr, dass er alte Überzeugungen über Bord werfen und die Mauern, die er einst um sich herum baute, niederreißen muss, wenn er künftig Zufriedenheit erfahren will. Doch dieser Schritt in ein erfüllteres und sinnvolleres Leben birgt auch Risiken. Jonathan muss ein großes Wagnis eingehen. Die einzige Frage: Ist er dazu wirklich schon bereit?

Laurent Gounelles Bücher zeugen von emotionaler und von philosophischer Tiefe. Diese begleiten den Leser durchs Leben. Dank "Der Tag, an dem ich lernte zu leben" sieht man die Welt plötzlich mit anderen Augen und beginnt das eigene Handeln zu überdenken. Einen Roman wie den vorliegenden bekommt man definitiv nicht alle Tage in die Hand. Zwischen zwei Buchdeckeln steckt Hollywood-Gefühlskino von Feinsten. Jedes Werk aus der Feder des französischen Autors ist ein Meisterwerk, ohne jeden Zweifel ein Juwel der Literatur. Nach der Lektüre fällt es einem schwer, in die Realität zurückzukehren. Gounelle lässt uns für einen kurzen Moment sämtliche Sorgen vergessen. Und er sorgt für Unterhaltung mit berauschender Wirkung. So viel Leseglück wie hier findet man höchstens noch bei einem Paulo Coelho.

Noch lange Zeit nach dem Weglegen von "Der Tag, an dem ich lernte zu leben" schwebt man auf einer kleinen Wolke. Laurent Gounelle beschert seinen Lesern ein Hochgefühl, gibt ihnen die Lebenslust wieder. Ab dem ersten Satz hat man den Eindruck, an einem geheimnisvollen, außergewöhnlichen, ja einzigartigen Abenteuer teilzunehmen. Schade nur, dass dieses Lesevergnügen nach nur 288 Seiten ein viel zu schnelles Ende nimmt. Seufz!

Susann Fleischer
08.08.2016

 
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Das Buch:

Laurent Gounelle: Der Tag, an dem ich lernte zu leben. Aus dem Franzsischen von Jochen Winter

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Mnchen: Goldmann Verlag 2016
288 S., 17,99
ISBN: 978-3-442-31419-5

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