Romane

Fantasy, die so gut ist, dass es einen umhaut

Mehr als 65 Jahre sind vergangen, seit Wexford Stoli vom König höchstpersönlich beauftragt wurde, eine Karte der Welt zu zeichnen. Viel ist geschehen seitdem. Der König ist tot, genauso wie Fürst Kryst. Und Wex ist mittlerweile für seine Dienste in den Stand eines Grafen erhoben worden. Vill Magnan hingegen hat diese Zeit wie in einem Dämmerzustand verbracht. Er war vom Flussmädchen Adara in den Schleier gestoßen worden. Endlich ist er wieder frei. Doch bleibt dem einstigen Bogenschützen kaum Gelegenheit, die wiedergewonnene Freiheit zu genießen. Tausende Soldaten der rubinroten Königin ziehen durch Abrogan und gehen bei ihrem Eroberungsfeldzug mit äußerster Härte gegen das Volk vor. Das muss aufhören. Vill ist auserwählt, dem Ganzen schon bald ein Ende zu machen.

Gemeinsam mit Adara, die immer wieder versucht ihn zu töten, macht sich Vill auf die lange Reise zu Cameo Zinnober. Die hat es sich auf dem Thron von Skye bequem gemacht. Dabei will sie eigentlich gar nicht herrschen. In Wahrheit sehnt sich die rubinrote Königin nach einem ganz normalen Leben, fernab vom Hof und seinen Intrigen. Dann muss sie auch nicht mehr befürchten, dass ihr dunkelstes Geheimnis eines Tages ans Licht kommen könnte. Als Vill vor ihr steht und ihr anbietet, dabei zu helfen, den Krieg zu beenden, nutzt Cameo die Gunst der Stunde und nimmt sein Angebot an. Zu fünft (mit dabei sind außerdem Hauptmann Tobias, Leibwächter Stock und Adara) wollen sie dem Land Frieden bringen. Das versucht König Prestan Schwarzwasser sich untertan zu machen.

Wie sich herausstellt, geht nicht von der Armee der rubinroten Königin eine Gefahr für die Bewohner von Abrogan aus, sondern von Schwarzwasser. Offenbar benutzt er schwarze Magie, um seine Pläne Wirklichkeit werden zu lassen. Nicht einmal Vill ist stark genug, ihn aufhalten zu können. Dann geschehen plötzlich seltsame Dinge: Zum Beispiel bricht ein Vulkan aus und vernichtet mehrere Abteilungen der Invasoren. Und dann ist da noch Wexford. Er gehört zu den wenigen, die wissen, welche Macht von der Karte der Welt ausgeht und wie man diese für seine Zwecke nutzen kann. Allerdings ist diese spurlos verschwunden...

So geniale Fantasy wie mit den Romanen von Royce Buckingham bekommt man definitiv nicht alle Tage in die Hand. Die Geschichten des US-Amerikaners scheinen der Feder eines J.R.R. Tolkiens zu entstammen. Während der Lektüre von "Die rubinrote Königin" vergisst man glatt das Atmen und sogar die Welt um sich herum. Denn zwischen zwei Buchdeckeln findet man neben jeder Menge phantastischer Unterhaltung auch fesselnde Spannung bis zur letzten Seite. Ab dem ersten Satz nimmt die Story einen restlos gefangen. Auch nach mehreren Stunden hat man noch lange nicht genug von diesem Leseerlebnis. Das ist nämlich so gut, dass es einem beim Lesen nicht mehr auf der Couch hält vor lauter Begeisterung. Buckingham hat sich längst in die oberste Liga der Fantasyautoren geschrieben.

"Die Karte der Welt", "Der Wille des Königs" und jetzt "Die rubinrote Königin" - die Welt, die Royce Buckingham in seiner Mapping-Trilogie erschaffen hat, möchte man am liebsten nie wieder verlassen. Dort erlebt der Leser nämlich Abenteuer pur. Die Lesestunden vergehen hier wie in Windeseile, einfach viel zu schnell. Kaum das Buch aufgeschlagen, hat man das Gefühl, dass dieses Lesevergnügen schon wieder zu Ende ist. Deshalb unbedingt mehr!

Susann Fleischer
08.02.2016

 
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Das Buch:

Royce Buckingham: Die rubinrote Königin. Aus dem Amerikanischen von Michael Pfingstl

Bild: Buchcover Francesc Miralles, Das unvollkommene Leben oder wie das Glück zu Samuel fand

München: Blanvalet Verlag 2016
544 S., € 14,99
ISBN: 978-3-7341-6016-5

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