Romane

Ein berauschender Historienschmöker, der in seiner Wort- und Bildgewalt wahrlich einmalig ist

Frühjahr 1813: In Sachsen tobt der Krieg gegen den französischen Kaiser Napoleon Bonaparte und die Bevölkerung befürchtet das Schlimmste. Seit Friedrich August I., König von Sachsen und Herzog von Warschau, mit Napoleon einen Friedensvertrag geschlossen hat, stöhnt das Land unter der Herrschaft der französischen Generals und seiner Truppen. Die Grande Armée hat beim Russlandfeldzug schwere Verluste erleiden müssen und sammelt nun alle Kräfte zu einer letzten, alles entscheidenden Schlacht. Doch die Sachsen sind kriegsmüde und sehnen sich nach Frieden, der allerdings unmöglich scheint. Napoleon dürstet es nach Macht und nimmt für diese auch Todesopfer in Kauf. Ein Ende der Kriegshandlungen liegt in weiter Ferne - und damit auch jegliche Hoffnung auf ein normales Leben.

Da ist zum Beispiel Henriette Gerlach, die in ihrem Leben schon viel erleiden musste. Früh hat sie ihre Mutter verloren und vor kurzem ist ihr Vater seiner Frau gefolgt - für die junge Frau ein schlimmer Verlust, mit dem sie lange zu kämpfen hat. Aus Angst vor Plünderern flieht sie nach Freiberg zu ihrem Onkel, der dort eine eigene Druckerei besitzt und als Verleger tätig ist. Friedrich Gerlach hat wie alle anderen unter Napoleons Herrschaft zu leiden, denn er ist ständig der Zensur ausgesetzt und muss befürchten, dass ihm eines Tages seine Buchhandlung geschlossen werden könnte. Selbstverständlich nimmt er Henriette bei sich auf und hat keine Ahnung, dass seine Nichte große Schuld auf sich geladen hat. Sie hat zu Hause einen französischen Soldaten umgebracht und Angst, dass man sie dafür büßen lassen wird.

In Freiberg findet Henriette eine neue Heimat und lernt dort den preußischen Premierleutnant Maximilian von Trepte kennen. Doch eine Liebe in Zeiten des Krieges steht unter keinem guten Stern. Henriette begräbt ihre Hoffnungen von einer glücklichen Zukunft und einem Ende des Krieges. Die beiden Studenten Felix und Richard hingegen wollen nicht mehr nur hoffen, sondern endlich handeln. Da sie sich mit dem Bündnis, das zwischen Napoleon und dem König besteht, nicht mehr einverstanden erklären, melden sie sich freiwillig für einen der Friedenkorps. Sie wissen, dass der Waffenstillstand nur von kurzer Dauer ist, und sind bereit für die große Schlacht. In Sachsen spitzt sich die Lage immer mehr zu und Napoleons Herrschaft scheint ihrem Ende entgegenzugehen ...

Sabine Ebert und ihre Romane sind einfach eine (literarische) Sensation. "1813 - Kriegsfeuer" ist ein (Lese-)Erlebnis für alle Sinne und ein packendes Epos, das einen gefangen nimmt bis zum Schluss. Die deutsche Autorin verwebt Historie und Phantasie zu einem schillernden Geflecht und macht mit ihren Worten die Vergangenheit wieder lebendig. Bei der Lektüre dieses Dramas glaubt man sich vor Ort und ist ganz ergriffen von den Emotionen, die absolut umwerfend und eine große Freude für das Herz sind. Spannung und Gefühl machen aus dem Buch ein Vergnügen, für das einem die Worte fehlen, denn von solch einem Genuss fühlt man sich ganz berauscht. Kein Wunder, dass man während des Lesens alles um sich herum vergisst. Ebert ist eben eine erstklassige Schriftstellerin.

Geschichte meisterlich erzählt - wenn das jemandem gelingt, dann Sabine Ebert. Ihr Roman "1813 - Kriegsfeuer" ist ein ganz großer Wurf und ein Historienschmöker, der alles andere in den Schatten stellt. Hier verliert man sich bei der Lektüre in Raum und Zeit und ist ganz erstaunt, wenn man auf der letzten Seite angekommen ist. Mehr als 900 Buchseiten können verdammt kurzweilig sein. Kurzum: Weglegen fällt schwer!

Susann Fleischer
06.05.2013

 
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Das Buch:

Sabine Ebert:
1813 - Kriegsfeuer

Bild: Buchcover Sabine Ebert, 1813 - Kriegsfeuer

München: Knaur Verlag 2013
928 S., € 24,99
ISBN: 978-3-426-65214-5

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