Romane

Ein meisterhafter Roman über Claude Monet, sein Leben und seine Liebe zu Camille Doncieux

Claude Monet - Der Maler gehört zu den einflussreichsten Künstlern Frankreichs und bringt mit seinen Gemälden die ganze Welt zum Staunen. Viele seiner Zeit- und Leidensgenossen konnten sich die Pariser Kunstszene ohne diesen Virtuosen an der Leinwand nicht vorstellen. In seinen Werken lebt der Meister des Impressionismus weiter - genauso wie in dem Roman "Die Frau im grünen Kleid" von Stephanie Cowell. Hier zeigt sich eindrucksvoll, dass die Faszination des Franzosen auch mehr als 80 Jahre nach seinem Tod ungebrochen ist und sicherlich noch lange anhalten wird. Nach "Welch Wonne, dich zu finden" über das Leben von Wolfgang Amadeus Mozart legt die US-amerikanische Autorin nun ihre zweite Künstler-Romanbiographie vor und begeistert den Leser mit viel Feingefühl und Sprachkraft.

Adolphe Monet hätte seinen Sohn lieber als seinen Geschäftspartner im Kolonialwarenhandel gesehen statt als armer Künstler, der auf der Straße sein Geld zu verdienen versucht. Doch Claude beugt sich nicht dem Willen seines Vaters und will in Paris sein Glück versuchen. Ohne einen Franc in der Tasche verlässt er schon früh das Elternhaus - immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, eines Tages nach Le Havre zurückzukehren und die Mutter aus ihrem Gefängnis zu befreien. Bis es aber soweit ist, gibt sich Claude mit allen Sinnen der Malerei und seiner großen Liebe Camille Doncieux hin. Gemeinsam sind sie stark und trotzen den Widrigkeiten des Lebens. Camille steht ihm treu zur Seite - auch als Claude bis zum Rand der Erschöpfung um die Anerkennung seiner Arbeit kämpft.

Claude und Camille begegnen sich zum ersten Mal, als sie für ihn Modell steht. Für sie beide ist es Liebe auf den ersten Blick. Wenn es nach ihnen geht, hat das Schicksal sie dazu bestimmt, für immer zusammenzubleiben. Doch es gibt Probleme in der glücklichen Beziehung: Die Familie hat Camille verstoßen, sodass sich die junge Frau ohne Geld durchs Leben schlagen muss. Dank Claude lernt sie die Pariser Kunstszene von ihrer schönsten Seite und Menschen wie Auguste Renoir, Frédéric Bazille und Camille Pissarro kennen. Und trotzdem fühlt sie sich einsam, denn ihr Geliebter kann nie lange an einem Ort verweilen - und tritt aus diesem Grunde oftmals die Flucht an. Dabei ahnt er nicht, dass Camille in ihrem Herzen ein Geheimnis hütet, das ihre große Liebe zu zerstören droht...

Die Farb- und Gefühlsnuancen, die Stephanie Cowel mit ihrem Roman "Die Frau im grünen Kleid" dem Leser darbietet, sind an Mannigfaltigkeit kaum zu übertreffen und in ihrer Intensität einfach wunderschön. Die US-amerikanische Autorin entwirft hier ein sprachgewaltiges Gemälde, das den Leser mit starken Emotionen und einer anmutigen Geschichte verführt. Bei der Lektüre gerät man in einen Rausch, der auch lange nach dem Weglegen dieses Buches anzuhalten scheint. Historie trifft auf Kunst - an diese Künstler-Romanbiographie verliert man gerne sein Herz, denn sie ist eine Wohltat für die Seele. Cowell schreibt filmreife Werke, die Kopfkino vom Feinsten bieten und die Vergangenheit noch einmal hautnah erlebbar machen. Diesem Vergnügen gibt man sich immer wieder gerne mit allen Sinnen hin!

Susann Fleischer 
13.08.2012 

 
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Das Buch:

Stephanie Cowell:
Die Frau im grünen Kleid. Aus dem Amerikanischen von Susanne Aeckerle

Bild: Buchcover Stephanie Cowell, Die Frau im grünen Kleid

München: Knaur Taschenbuch Verlag 2012
416 S., € 9,99
ISBN: 978-3-426-50554-0

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