Romane

Eine Frau auf der Hhe der Macht

Mit erst vierzehn Jahren wird Caterina de Medici neben ihren Prinzengemahl Henri von Frankreich eine der m?chtigsten Frauen des 16. Jahrhunderts. Was sich auf dem ersten Blick f?r viele liest wie ein wahrgewordenes M?rchen, entpuppt sich f?r die Italienerin als ein Albtraum, der sie in einen Strudel aus Machthunger, Intrigen und unerf?llter Begierden hineinrei?t und sie erst wieder losl?sst, als sie 1589 ihr Leben aushaucht. Diesen Kampf, den Caterina zeitlebens auszustehen hatte, l?sst Christopher W. Gortner in seinem opulenten Roman "Die florentinische Prinzessin" wieder lebendig werden und packt damit den Leser von der ersten bis zur letzten Seite.

Als Nichte von Papst Clemens VII. ist Caterina de Medici lediglich eine Figur, die zwischen den M?chten Europas auf dem Schachbrett hin- und hergeschoben wird. Er ist auch derjenige, der ihre Ehe mit Henri II. zu seinen Gunsten arrangiert. Im Oktober 1533 findet die kirchliche Trauung statt und Caterina muss fortan ihr Leben in Frankreich, einem ihr feindlich gesinnten und fremden Land, fristen. Am Hof erlebt das junge M?dchen einen zweiten Schock, als es erf?hrt, dass ihr Gemahl seit Jahren eine M?tresse unterh?lt. Diane ist die Frau, die dem K?nig den Kopf verdreht hat und ihre W?nsche um jeden Preis durchsetzt - selbst dann, als Sohn Fran?ois das Licht der Welt erblickt.

Eine Frau im Sturm der Zeit

Im Laufe von elf Jahren folgen neun weitere Kinder, von denen drei allerdings nicht ?lter als ein Lebensjahr werden. Doch ihre Mutterschaft kann Caterina nicht ausleben, denn Henris Geliebte nutzt ihren Einfluss, um die Erziehung der K?nigskinder zu ?bernehmen und so ihre Macht zus?tzlich zu st?rken. Als dann 1559 Henri II. ?berraschend stirbt, ist f?r seine Witwe die Stunde gekommen, sich an ihrer jahrelangen Rivalin zu r?chen und das Schicksal Frankreichs in die eigenen H?nde zu nehmen. Und dies gelingt der 41-J?hrigen erstaunlich gut - obwohl sie mit ansehen muss, wie ein Kind nach dem anderen weggeht und sie mit einem gebrochenen Herzen in Frankreich zur?ckl?sst.

F?r den Traum, den Thron f?r ihre S?hne zu sichern, geht Caterina de Medici sogar ?ber Leichen und verr?t dabei sich selbst. All ihre Energien steckt sie in die Regentschaft f?r ihren Zweit?ltesten, nachdem zuvor Fran?ois II. mit sechzehn Jahren und nach kurzer Krankheit stirbt. F?r die Hugenotten bricht nun eine schwere Zeit an, denn mit dem Blutbad von Vassy beginnt eine Folge von Religionskriegen, die ihre Opfer unter der franz?sischen Bev?lkerung fordern. Und auch Caterina muss einiges entbehren - allen voran ihre Ideale und die Leidenschaft ihres Herzens ...

Ein opulentes (Historien-)Drama des Gef?hls

Christopher W. Gortners Portr?t ?ber Caterina de Medici ist ein ber?hrender wie opulenter Roman von h?chster Authentizit?t und Farbenpracht, der den Leser in das 16. Jahrhundert entf?hrt und dabei die Vergangenheit wieder lebendig macht. "Die florentinische Prinzessin" ist ein au?ergew?hnliches Leseerlebnis, in dem Historie und Fiktion sich zu einem schillernden Geflecht verwebt werden und damit exzellente Unterhaltung bringen. Dieser Roman ist weit mehr als ein kurzweiliger Schm?ker. Hier erlebt man eine starke Geschichte mit einzigartigen Protagonisten und einer spannenden Handlung, die jeden zu fesseln wei?. Die Lekt?re von Christopher W. Gortners "Die florentinische Prinzessin" sollte man sich nicht entgehen lassen, denn hier erf?hrt der Leser ein wortgewaltiges Portr?t ?ber ein Leben, das niemand vergessen wird. Diesen Roman will man nicht mehr aus der Hand legen. 

Susann Fleischer
08.08.2011

 
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Das Buch:

Christopher W. Gortner: Die florentinische Prinzessin. Aus dem Amerikanischen von Peter Pfaffinger, Sabine Lohmann

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Mnchen: Goldmann Verlag 2011
576 S., 9,99
ISBN: 978-3-442-47541-4

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