Romane

Ein Ende kann auch ein (Neu-)Anfang sein

Die Beziehung von Mary Higgins und ihrem Verlobten steckt in der Krise und droht zu zerbrechen. Es sei denn, sie finden einen Ausweg aus ihrer (emotionalen) Misere. Mary glaubt diesen tatsächlich gefunden zu haben und macht sich auf den Weg. Als sie Tage später immer noch nicht auftaucht, glaubt die Polizei an ein Verbrechen, dem die junge Frau zum Opfer gefallen sein könnte. Doch nach 40 Tagen taucht Mary unverhoffter Weise wieder auf der Bildfläche auf und erwacht - schwer verletzt und kaum ansprechbar - im örtlichen Krankenhaus. Sie kämpft um ihr Leben und bittet in der letzten Stunde ihren Verlobten, einen versiegelten Umschlag zu einem stillgelegten Vergnügungspark zu bringen. 

An Wunder und Magie glaubt er schon lange nicht mehr, denn dafür hat er in seinem Leben viel, zu viel durchgemacht. Und doch geschieht etwas Unbegreifliches, als er das Gelände jenes Vergnügungsparkes betritt: Er erwacht zu neuem Leben, in dem es vor seltsamen Gestalten und Spaßhungrigen nur so wimmelt. Mit dem alten Platzwart Henry begibt sich der Verlobte in die Tiefen des Parks und findet dabei nicht nur sich selbst, sondern trifft dort auch auf die eigene Vergangenheit, die mit negativen Gefühlen gefüllt ist. Erst wenn er diese von sich abgeschüttelt hat, kann er einer glücklichen Zukunft entgegengehen. Doch dies ist ein recht schwieriges Unterfangen. 

Zwischen Riesenrad und Schießbude begegnet er seiner verstorbenen Mutter, beobachtet einen früheren Streit mit Mary aus sicherer Entfernung und ist Zeuge, wenn sein Vater ihn als kleinen Jungen schlägt. Er ist auch dabei, als Marys kleiner Bruder bei einem tragischen Unfall ums Leben kommt und der Vater ihr die Schuld daran gibt. Im Laufe weniger Stunden, die in Wahrheit einen Zeitraum von 40 Tagen umfassen, gelangt der Verlobte an einem Wendepunkt in seinem Leben, der nur einen Schritt weiter zum großen Glück führt. Er muss sich nur darauf einlassen und an Fortunas Macht glauben. Doch dies ist für einen Mann mit tiefsitzenden Versagensängsten leichter gesagt als getan. 

Brendon Burchard spricht mit seinem bewegenden Roman "Das Ticket zum Glück" eine poetische Einladung aus, die den Leser auf die Suche nach dem eigenen Seelenfrieden zu schicken beabsichtigt und zugleich eine bezaubernde Lektüre voller emotionaler und magischer Momente schenkt. Der US-amerikanische Autor ist ein wahrer Meister des Erzählens und berührt mit seinem Feingefühl und Sinn für das große Kino die Herzen seiner Leser(innen). Auch wenn man hier fantastische Wesen vergebens sucht, ist Burchards Einfallsreichtum voller Kraft, wie sie dichterisch kaum besser sein könnte. "Das Ticket zum Glück" ist einfach himmlische Literatur, die zu Herzen geht und von Grund auf bewegt. 

Susann Fleischer 
28.02.2011

 
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Das Buch:

Brendon Burchard:
Das Ticket zum Glück. Aus dem Amerikanischen von Kai Andersen

Bild: Buchcover Brendon Burchard, Das Ticket zum Glück

München: Goldmann Verlag 2011
288 S., € 8,99
ISBN: 978-3-442-46795-2

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