Romane

Das schwere Leben eines Dämonenhüters

Der junge Bostoner Nathan Grimlock hat eine ganz absonderliche Fähigkeit: Seit seinem zwölften Lebensjahr kann er Dämonen sehen. Von dem alten Inder Dhaliwahl lernt Vollwaise Nathan seine Begabung sinnvoll zu nutzen. In Dhaliwahls Haus bewacht er von nun an allerlei Dämonen. Nach dem Tod seines väterlichen Lehrers muss der Junge dann alleine aufpassen, dass die Dämonen nicht draußen, in der normalen Welt, für völliges Chaos sorgen. Insbesondere das TIER stellt eine Bedrohung für die Bostoner (und den Rest der Welt) dar. Sollte dieser Dämon jemals aus seinem Verlie flüchten können, wird er alles und jeden auf seinem Weg verschlingen. Dumm nur, dass Nathan dieser Aufgabe nicht so wirklich gewachsen zu sein scheint.

Als er sich eines Tages mit Sandy verabredet, begeht er einen großen Fehler: Er lässt im Erdgeschoss ein Fenster offen stehen. Über dieses gelangen die beiden jugendlichen Herumtreiber Gus und Richie ins Haus. In ihrer Unwissenheit öffnen sie die Tür zum Keller - jene Tür, die stets verschlossen bleiben sollte, weil sich dahinter das TIER befindet. Während Richie gerade noch rechtzeitig flüchten kann, kommt für seinen besten Freund Gus jede Hilfe zu spät. Aber Richie ist keineswegs in Sicherheit, denn das TIER nimmt seine Fährte auf und verfolgt ihn quer durch die verregnete Stadt. Einzig Nathan kann Richie helfen und das TIER wieder in sein Verlies sperren. Gemeinsam mit Sandy und seinen drei Dämonenhelfern macht sich Nathan an die Verfolgung und muss sich erstmals als Dämonenhüter beweisen. Ob das gutgeht? Man wird sehen ...

Royce Buckinghams Debütroman "Dämliche Dämonen" ist anfangs ein lustig-schriller Klamauk, der sich langsam zu einer action- und spannungsgeladenen Handlung aufbaut. Das Buch lebt in erster Linie vom Zusammenspiel zwischen Nathan und seinen Dämonenhelfern sowie zwischen Nathan und Richie. Ihre Gegensätze und Gemeinsamkeiten sind Gegenstand der fein abgestimmten Dialoge, die (beinahe) jedem Leser bekannt vorkommen dürften. Es geht um Gefühle der Unzulänglichkeit, Einsamkeit und Liebe, die den Menschen vom Dämon unterscheidet. Obwohl man am Ende des Buches auch bekennen muss, dass es sogar unter den Dämonen lohnenswerte Ausnahmen gibt: Nämlich Nathans treue Dämonenhelfer, die ihr Leben ebenso aufs Spiel setzen wie ihr Herr. Da fängt man am Schluss doch tatsächlich an, Dämonen zu mögen.

Susann Fleischer
02.11.2009

 
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Das Buch:

Royce Buckingham:
Dämliche Dämonen. Aus dem Amerikanischen von Joannis Stefanidis

Bild: Buchcover Royce Buckingham, Dämliche Dämonen

München: Blanvalet Verlag 2009
256 S., € 7,95
ISBN: 978-3-442-26574-9

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