Krimis & Thriller

Ein Schweden-Krimi von der allerfeinsten Sorte

Es gibt nicht viele Kriminalromane, die eine dermaßen ausgeklügelte Story liefern wie "Der Klang des Todes". Carin Bartosch Edström erschafft mit Hilfe ihrer wundervollen Worte eine einzigartige Spannung, die auch Stunden nach der Lektüre noch anzuhalten scheint. Mit Atemnot muss hier gerechnet werden, denn fesselnd ist dieses Erlebnis auf alle Fälle - und darüber hinaus packend bis zur letzten Seite und ein Hochgenuss fürs Köpfchen. Das ist gute Unterhaltung mit Niveau, die die Nerven beim Leser zuweilen durchbrennen lässt. Und genau das ist auch der Grund, weshalb man zu diesem Vergnügen partout nicht Nein sagen kann. Das wünscht man sich von einem gelungenen Krimi, der nicht nur in Schweden für Begeisterung gesorgt hat.

Der Oktober in Schweden kann ziemlich kalt werden. Diese Erfahrung muss auch Raoul Liebeskind machen. Eigentlich lebt und arbeitet er in New York, aber für seine gute Freundin Louise macht er eine große Ausnahme und reist für Tonbandaufnahmen auf eine einsame Schäreninsel. Zusammen mit vier Frauen eines Streichquartetts spielt er sich die Finger wund - in der Hoffnung, dass das Album ein Erfolg wird. Doch diesen soll Raoul nicht mehr mitbekommen: Der Stargeiger wird tot aus dem Wasser geborgen. Mit seinem plötzlichen Tod eröffnen sich Fragen, die nicht nur Louise beschäftigen: War es ein Unfall, Mord oder Selbstmord? Kommissarin Ebba Schröder reist extra aus Stockholm an, um sich dieses Falles anzunehmen.

Schröder konnte schon viele Fälle mit ihrer untrüglichen Spürnase lösen und gehört bei der Polizei zweifellos zu den Besten. Aber dieses Mal gerät auch sie an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Gleich zwei Frauen des Streichquartetts waren unsterblich in Raoul verliebt. Schließlich verstand er es wie kein Zweiter, die Bedürfnisse von Frauen zu erfüllen und das weibliche Geschlecht so rundum glücklich zu machen. Sowohl Anna als auch Helena erliegen den Avancen des schönen Charismatikers und können seinen Annäherungsversuchen nur schwer widerstehen - genauso wie Caroline, die für ihn ihre Freundin Louise verlassen hat. Nach einer langjährigen Beziehung zieht Caroline einen Schlussstrich und lässt Louise hängen, und das ausgerechnet für einen Mann.

Eifersuchtsdramen spielen sich auf der kleinen Schäreninsel ab und sind der Auslöser einer mittelschweren Katastrophe. Eigentlich könnte Caroline glücklich sein - bis zu dem Zeitpunkt, als sie erfährt, dass Raoul auch etwas mit ihrer Halbschwester Helena am Laufen hatte. Caroline weiß nicht mehr, was sie denken und fühlen soll, und steigert sich immer weiter in ihre Wut hinein - genau wie Louise. Sie muss tatenlos mit ansehen, wie Caroline und Raoul sie hintergehen und nach Strich und Faden belügen und betrügen. Aber ist sie auch in der Lage, einen Menschen kaltblütig zu ermorden? Ebba Schröder versucht durch ausgeklügelte Befragungen herauszufinden, wer der Mörder ist und stößt dabei auf Ungeheuerliches ...

Hochspannung vom Feinsten - Carin Bartosch Edström ist eine großartige Autorin, die mit "Der Klang des Todes" ein fesselndes Debüt voller Nervenkitzel vorlegt und die Leser gleich reihenweise mit ihren Kriminalroman umhaut. Die schwedische Autorin verbindet auf unglaublich gute Weise Musik und Thrill zu einem packenden Erlebnis, das einen nicht mehr so schnell schlafen lässt. Man fiebert mit und wartet gespannt, ob Ebba Schröder auch diesen Fall lösen wird. Von der Lektüre fühlt man sich regelrecht berauscht, sodass an ein Weglegen des Buches nicht zu denken ist. Eines steht jedenfalls zweifelsfrei fest: Schweden ist die Heimat der besten Krimiautoren überhaupt - und Carin Bartosch Edström gehört mit ihrem Debüt "Der Klang des Todes" definitiv dazu!

Susann Fleischer 
21.05.2012 

 
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Das Buch:

Carin Bartosch Edström:
Der Klang des Todes. Kriminalroman. Aus dem Schwedischen von Lotta Rüegger, Holger Wolandt

Bild: Buchcover Carin Bartosch Edström: Der Klang des Todes

München: Diana Verlag 2012
624 S., € 19,99
ISBN: 978-3-453-29120-1

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