Ratgeber

Weinwissen von seiner besten Seite

Wein und nicht zuletzt auch deutscher Wein erfreut sich wieder zunehmender Beliebtheit. Doch was bedeuten die Angaben auf dem Etikett, woher überall kommen Weine, welche Rebsorten gibt es und was gibt es sonst noch zu wissen oder zu beachten? Auf diese Fragen will dieses Lexikon alle Antworten geben.

Der Aufbau ist klassisch, von A-Z. Pro Doppelseite sind 1-2 Bilder sowie bei Bedarf auch bis zu zwei Karten eingebaut. Die einzelnen Begriffe, schwarz hervorgehoben, werden unterschiedlich lang behandelt, je nach Bedarf und Bedeutung. Ausführlich darzustellende Begriffe sind noch einmal untergliedert, wobei diese Unterbegriffe durch eine rote Markierung sowie graue Schrift deutlich abgesetzt. Oft gibt es ja auch Begriffe, die mehrfach vorkommen müssen, z.B. Fachausdrücke und deutschsprachige Erläuterungen. Dann ist der Begriff einmal ausführlich und an anderen Stellen nur mit einem kurzen Verweis behandelt. Hätte man dieses Verfahren nicht beschritten, wäre der Umfang dieses edel in einem Pappschuber ausgelieferten Buchs sicher auf das Doppelte gestiegen, was den Umgang nicht erleichtern würde.

Natürlich liest man ein solches Buch nicht von vorne nach hinten, sondern zieht es bei Bedarf zurate. Dann sollte es auf jede nur denkbare Frage eine Antwort geben. Und das leistet dieses Lexikon auf geradezu herausragende Art – was allerdings bei einem Buch dieses Verlags nicht anders zu erwarten ist. Es bleibt trotz ausführlicher Prüfung kaum eine Lücke zu entdecken. Nur wenn es um die Bewertung der Weine – eine ausgesprochen subjektive Angelegenheit – geht, wird der Text knapp. So ist Hugh Johnson natürlich erwähnt, ebenso sein Buch, aber sein Fünf-Sterne-Schema der Bewertung lässt sich nur unter dem Personenstichwort finden. In vielen Weinangeboten oder Berichten über Weine findet man unterschiedliche Bewertungssysteme, die zwar unter dem Punkt "Jahrgang" zu Recht kritisiert werden, aber leider keine Erläuterung finden. Auf der anderen Seite werden aber selbst aktuelle Forschungsergebnisse über die Herkunft von Rebsorten und neuste Produktionsverfahren überzeugend dargestellt.

Dabei ist die Form der Präsentation manchmal recht fachlich, durch die vielen Querverweise aber ausgezeichnet zugänglich und verständlich. Die Mühe, diese nachzuschlagen, muss man sich schon machen; mit täglich fünf Minuten wird man auch mit diesem Lexikon der Superlative kein Weinexperte. Da hilft nur probieren. Und das ist das Einzige, was dieses Buch wirklich nicht kann und was man selbst machen muss.

-hah
03.12.2004

 
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Das Buch:

Christa Hanten (u.a. Lokalredaktion des Verlags F.A. Brockhaus):
Der Brockhaus Wein. Internationale Anbaugebiete, Rebsorten und Fachbegriffe

Bild: Buchcover Der Brockhaus Wein. Internationale Anbaugebiete, Rebsorten und Fachbegriffe

Mannheim, Leipzig: F.A. Brockhaus 2004
509 S., € 34,95
ISBN: 3-76530281-3

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