Erzählbände

Schicksal oder Zufall?

Martina Lukits-Wally hat bereits mit "Schnappschüsse superspezial" bewiesen, dass sie mit dem geschriebenen Wort gut umgehen kann. Waren es in jenem Buch außergewöhnliche, gesellschaftskritische Geschichten, in denen das Spiel mit der Sprache dominierte, erfreuen diesmal schicksalhafte Erzählungen den Leser in höchstem Maße. Mit "Das Tor zur Vergangenheit" ist ein weiterer Prosaband aus der Feder der österreichischen Autorin erschienen. Neun Geschichten, die tatsächlich ein Stück gelebter Wirklichkeit in sich tragen, laden zum Nachdenken ein und lassen einen die Welt um sich herum vergessen.

"Der Schneckenmann", "Das Wunschglöckchen", "Gut `behütet´", "Nur ein Buchstabe", "Das verfluchte Kreuz", "Vollmondfantasien", "Herbstgold", "Das Tor zur Vergangenheit" und "Steinige Wege" - in neun Erzählungen schildert Lukits-Wally bewegende Schicksale von Menschen aus ihrem näheren Umfeld, die auf wahren Begebenheiten beruhen. Teilweise verarbeitet sie darin auch persönliche Erlebnisse und Erfahrungen und lässt dabei unmerklich und nahtlos Realität und Fiktion ineinander übergehen. Jede dieser Geschichten hat einen traurigen Grundton, aber ihnen haftet trotzdem eine gewisse Leichtigkeit an. Und immer wieder flammt so etwas wie ein Hoffnungsschimmer auf.

In berührenden Lebensbildern wird von wahrer Liebe und Freundschaft, von enttäuschten Hoffnungen und verlorenen Träumen, von unerklärlichen Ereignissen, rätselhaften Vorkommnissen, seltsamen unglaublichen Zufällen und geheimnisvollen Begegnungen mit der Vergangenheit erzählt. Alle Geschichten haben etwas gemeinsam: die Suche jedes Menschen nach seinem ganz persönlichen Lebensweg, den er meistens erst dann findet, nachdem er manch steinige Umwege nehmen musste. Martina Lukits-Wally lässt dabei die Emotionen sprechen. Große Gefühle findet man in "Das Tor zur Vergangenheit" auf jeder Seite, sodass man bei der Lektüre des Öfteren mit den Tränen kämpfen muss und dem Leser sogar das Herz zu brechen droht. Literatur kann man sich kaum schöner oder besser wünschen.

Unterhaltung, wie man sie nicht alle Tage im Bücherregal findet - die Werke von Martina Lukits-Wally sind spannend und zugleich unglaublich herzzerreißend. Beim Lesen von "Das Tor zur Vergangenheit" bleibt garantiert kein Auge trocken. Zwischen zwei Buchdeckeln offenbart sich hier ein Meisterwerk der Emotionen. Die Österreicherin versteht ihr Handwerk. Kein Wunder, dass man den vorliegenden Erzählband nicht mehr aus der Hand legen möchte. Hier erfährt man unvergessliche Lesemomente.

Anja Rosenthal
09.03.2015

 
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Das Buch:

Martina Lukits-Wally:
Das Tor zur Vergangenheit. Schicksalhafte Erzählungen nach wahren Begebenheiten

Bild: Buchcover Martina Lukits-Wally, Das Tor zur Unendlichkeit. Schicksalhafte Erzählungen nach wahren Begebenheiten

Horn/Wien: Verlag Berger 2014
124 S., € 12,50
ISBN: 978-3-85028-867-5

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