Erzhlbnde & Kurzprosa

Ein Erzhlband, der die Schnheiten Leipzigs auf einzigartige Art und Weise zeigt

Goethe hat einst in erstem Teil seiner bekannten "Faust"-Tragödie geschrieben: "Mein Leipzig lob'ich mir! Es ist ein Klein-Paris, und bildet seine Leute!" Dass es tatsächlich so und nicht anders ist, selbst 200 Jahre nach Erscheinen der Weltdramas, zeigt sich in Stephan Weitzels Erzählung "Der Ring der Nie Bezwungenen". Diese lädt den Leser zu einer Leipzig-Stadtbesichtigung der besonderen Art ein: nicht nur textlich, sondern auch in Fotografien, aus ungewöhnlicheren Blickwinkeln vom Autor persönlich gemacht. Man erkundet die sächsische Großstadt von der heimischen Couch aus, erfährt interessante Fakten, die so nirgendwo sonst nachzulesen sind, und fühlt sich dabei aufs Beste unterhalten. Das hat Seltenheit im Bücherregal!

Zum Inhalt: Hannes Franzmann, Verlagsmitarbeiter, reist zu einem Kongress nach Leipzig. Es ist das erste Jahr der Pandemie, die Ausgangsbeschränkungen sind kurzzeitig aufgehoben. Bei einer Stadtführung entlang des Promenadenrings lauscht er den Erzählungen des Gästeführers. Endlich wieder unter echten Menschen. Luft spüren. Stadt riechen und sehen und hören. Leipzigs reiche Vergangenheit voller europäischer Kulturgeschichte wirft Licht auf die Fragen der Gegenwart. Sind Franzmanns Überlegungen, die als zweite Stimme einen imaginären Dialog entflammt, gar ein Pamphlet gegen den technischen Fortschrittsglauben? Sein Gespräch mit einem Kollegen an der Hotelbar wird zum Plädoyer für etwas, das ihnen beiden am Herzen liegt. Die alte Buchstadt Leipzig, sie ist noch immer da. Und in den Tiefen der Nacht erfährt Franzmann, was es wohl auf sich haben könnte mit dem Bezwingen.

Ein Vergnügen par excellence - um seine (Frei-)Zeit sinnvoll zu verbringen, gibt es kaum etwas Besseres als die Veröffentlichungen des Markkleeberger Sax-Verlags. Die Lektüre von "Der Ring der Nie Bezwungenen" von Stephan Weitzel gleicht einem Streifzug durch Leipzigs Innenstadtring, in Verbindung von faszinierender Stadthistorie und von großartigen, surreal-ähnlichen Bildern, die den Betrachter zu einem Beobachter durchs Guckloch machen. Was es hier zu erfahren gibt, ist eine ganze Menge. Der Autor (bzw. der Stadtführer) erzählt Leipzigs Geschichte(n) fesselnd, lebendig und aufschlussreich. Da fängt man mit der Lektüre wieder von vorne an, kaum beim letzten Satz angekommen. Zumal der Plot eine selten berauschende Wirkung hat.

Was Stephan Weitzel schreibt, lohnt eine Entdeckung; unbedingt! Denn seine Geschichten haben das gewisse Etwas, außerdem echt Stil. So ist es auch bei "Der Ring der Nie Bezwungenen". Hier kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, denn diese Buch bietet eine überraschende poetische Außensicht auf den Leipziger Ring, für einheimische Leser geradezu erfrischend wie eindrucksvoll, was wache Besucher hier im Rundgang auf- und mitzunehmen vermögen. Davon darf es gerne auch mehr sein!

Susann Fleischer 
16.05.2022

 
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Das Buch:

Stephan Weitzel: Der Ring der Nie Bezwungenen

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Markkleeberg: Sax-Verlag 2021 208 S., 19,90 ISBN: 978-3-86729-265-8

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