Wissenschaften

Sind wir wirklich allein?

Es ist eine Frage, die seit Menschheitsgedenken immer wieder eine Rolle spielt: Gibt es irgendwo da draußen außerirdisches Leben, wenn nicht sogar eine zweite Erde? Seit einigen Jahren geht auch Sven Piper dieses Thema nicht mehr aus dem Kopf. Aus diesem und noch anderen Gründen hat er mit "Exoplaneten" ein wissenschaftlichen Werk geschrieben, das den Versuch unternimmt, eine eindeutige Antwort auf eine der ältesten Fragen der Menschheit zu geben und dem Leser einen detailreichen Ausblick auf die Zukunft der Astronomie zu ermöglichen, ohne dabei die Vergangenheit aus den Augen zu verlieren. Schließlich begann die Suche nach einer zweiten Erde bereits um 3200 vor Christi.

Es sind vorrangig den Leistungen von Wissenschaftlern wie Galileo Galilei, Johannes Kepler, Edward Newton, Christiaan Huygens und Co. zu verdanken, dass wir umfassende Kenntnisse über das Wesen unseres Sonnensystems haben. Aber sie waren nicht die ersten, die den Himmel genauer in Augenschein nahmen. Bereits die Hochkulturen, unter ihnen die Alten Ägypter, Chinesen und Maya, wussten, dass mehr hinter dem steckt, was man mit bloßem Auge sehen kann. Auch wenn sie damals noch nicht ahnten, wie unendlich der Kosmos tatsächlich ist.

Nach einer ausführlichen Einleitung, die sich unter anderem auch mit den Teleskopen und diversen Missionen für die Suche nach Exoplaneten beschäftigt, geht es ab Mitte des Buches so richtig zur Sache. Es werden die einzelnen Typen einer zweiten Erde en détail vorgestellt und zukünftige Entwicklungen aufgezeigt, die den Menschen auf außerirdisches Leben hoffen lassen. Die Vorstellung, dass wir die einzigen Lebewesen in einem Universum von mehr als 400 Sternen sein sollen, ist dann doch ziemlich vermessen - auch wenn es nicht unbedingt kleine grüne Marsmännchen sein werden.

Es ist toll zu sehen, dass es Autoren wie Sven Piper gibt, denen ihre Liebe zum Beruf so anzumerken ist wie ihm. In "Exoplaneten - Die Suche nach einer zweiten Erde" spürt man auf jeder Seite seine Leidenschaft für die Astronomie, die innerhalb kürzester Zeit auch auf den Leser überspringt. Dies gelingt ihm vor allem wegen des unterhaltsamen Tones, den er hier anschlägt und mit dessen Hilfe er wissenschaftliche Fakten anschaulich und einleuchtend erklärt. Und doch glaubt man stellenweise einen Science-Fiction-Roman zu lesen, der trotz des unwirklich Scheinenden etwas Reales in sich trägt. So wird die Wissenschaft von den Gestirnen zu einem lehrreichen Spaß, dem Sven Piper mit seinem Buch absolut gerecht wird.

Susann Fleischer
26.04.2011

 
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Das Buch:

Sven Piper:
Exoplaneten - Die Suche nach einer zweiten Erde

Bild: Buchcover Sven Piper, Exoplaneten - Die Suche nach einer zweiten Erde

Heidelberg: Springer Verlag 2011
216 S., € 24,95
ISBN: 978-3-642-16469-9

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