Hrbcher

Kult zum Hren!

Am 12. März 2015, verließ mit Terry Pratchett einer der besten und der wohl witzigste Fantasyautor seit Menschengedenken die (Scheiben-)Weltbühne. Seine Werke gehören einfach in jeden Haushalt. Sie dürfen in keinem Bücherregal und in keinem CD-Player fehlen. Denn diese sind Kult! "Das Erbe des Zauberers" erschien zwar bereits 1987, aber das setzt dem Lese-/Hörgenuss keinen Abbruch. Dass dann auch noch Katharina Thalbach als Sprecherin engagiert wurde, bringt das Herz vieler, vieler Menschen zum wilden Hüpfen. Ihre Interpretation des dritten Romans des Briten ist zum Quietschen komisch und gespickt mit phantastischen Einfällen. Es ist, als warte hinter jedem Track die nächste Überraschung. Und die haben es echt in sich, wie man bereits nach wenigen Spielsekunden erkennen wird.

Wenn es um Magie geht, herrscht auf der Scheibenwelt eine klare Geschlechtertrennung: Männer werden Zauberer und Frauen werden Hexen. Nachdem er seinen baldigen Tod vorhergesehen hat, vererbt der greise Zauberer Drum Billet seinen Zauberstab an den achten Sohn eines achten Sohnes. Dummerweise stellt sich heraus, dass es sich bei dem Neugeborenen um ein Mädchen handelt. Aber egal, was die verkrustete Tradition sagt. Eskarina will trotzdem auf die Unsichtbare Universität gehen. Hilfe bei dieser Mission bekommt das Mädchen von Oma Wetterwachs. Diese versteht ihr Hexenhandwerk so gut wie kaum eine andere. Schon bald zeigt sich allerdings, dass Eskarinas magische Begabung eine andere ist und sie anders ausgebildet werden will. Also machen sich die beiden auf dem Weg nach Ankh-Morpork.

Es ist eine gefährliche Reise. Und trotzdem: Eskarina lässt sich nicht von ihrem Ziel abbringen, irgendwann ihren Abschluss als Zauberin zu machen. Jedoch muss sie erst einmal in der Scheibenwelt-Hauptstadt ankommen. Auf dem Weg lernt Eskarina den schüchternen, stotternden, pickeligen Simon kennen, der ein paar Jahre älter ist als sie und offensichtlich ein magisches Genie. Auch er will zur Unsichtbaren Universität, aber nur Simon wird genommen, denn Mädchen sind nicht zugelassen. Mit List, Tücke und der Hilfe von Esme Wetterwachs kommen Eskarina und ihr Zauberstab schließlich doch in der Universität unter, wenn auch zunächst als Hausmädchen. Mehr als einmal kommt er zu Irrungen und Wirrungen für Eskarina. Aber was macht das schon, wenn man sich am Ende eine Zauberin nennen darf ...

Die auditive Fassung von "Das Erbe des Zauberers" beweist: Die Geschichten von Terry Pratchett sind getränkt mit jeder Menge Fantasie und noch mehr Humor. Außerdem zeigt sich bereits ab der ersten Spielminute: Katharina Thalbach ist nicht nur als Schauspielerin, sondern auch als Hörbuchsprecherin eine Klasse für sich. Ihre Lesungen bedeuten Hörspaß ohne Ende. Beim Lauschen schmeißt man sich weg vor lauter Lachen. Sie macht aus jedem Roman ein Highlight für die Ohren. Knapp zehn Stunden lang hört man Thalbach zu und überschlägt sich dabei beinahe vor lauter Hörbegeisterung. Wenn sie am Mikrofon steht, hält es den Zuhörer definitiv nicht mehr auf der Couch. Kein Wunder, denn Thalbach gibt mal wieder alles. Sie vermag es sogar, nicht nur die Scheibenwelt aus den Angeln zu heben.

Amüsantere, originellere Unterhaltung als mit den Romanen von Terry Pratchett hat man definitiv noch niemals auf die Ohren bekommen. "Das Erbe des Zauberers" ist da keine Ausnahme. Nach dem Ende der zweiten CD hat man mit einem ausgewachsenen Muskelkater schwer zu kämpfen, insbesondere dank Thalbach. Sie liest jede Story mit einer Extraportion Wortwitz in ihrer Stimme. So etwas wie Langeweile gibt es bei diesem Hörvergnügen garantiert zu keiner Sekunde.

Susann Fleischer
18.07.2016

 
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Das Buch:

Terry Pratchett: Das Erbe des Zauberers. Aus dem Englischen von Andreas Brandhorst

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Sprecherin: Katharina Thalbach
Mnchen: Random House Audio 2016
Spieldauer: 640 Min., 14,99
ISBN: 978-3-8371-3405-6

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