Hrbcher

Von der Last der Vergangenheit

Anwalt Joachim Vernau ist der neue Held von Berlin. In einer U-Bahn-Station hat er mehrere Männer in die Flucht geschlagen, die einen älteren Herrn bedrängt haben. Die Presse stürzt sich auf diese Nachricht. Vernau derweil liegt im Krankenhaus und kämpft mit Erinnerungslücken. Er weiß nichts mehr. Da steht wenig später die Polizei vor ihm und behauptet, die zwei Neonazis haben Rudolph Scholl vor Vernau schützen wollen. Das kann nicht wahr sein. Oder etwa doch?! Ehe Vernau den Juden deswegen fragen kann, wird dieser ermordet. Und Vernau gilt plötzlich als dringend tatverdächtig. Um seine Unschuld zu beweisen, bleibt dem Anwalt nur die Flucht. Die führt ihn nach Israel. In einem Kibbuz unweit von Tel Aviv erhofft sich Vernau Antworten.

Endlich im Nahen Osten angekommen, macht sich Vernau sogleich auf die Suche nach einer jungen Frau. Vernau ist fest überzeugt davon, dass Rachel ihm sagen kann, wer Scholl getötet hat. Und warum er überhaupt sterben musste. Jedoch fehlt von Rachel jede Spur. Es scheint, als existiere sie gar nicht. Ihre Mutter hingegen kennt Vernau dafür umso besser. Vor dreißig Jahren, damals in den 1980ern, war er in jenem Kibbuz als Volunteer. Dort traf er Rebecca. Die ist mittlerweile zwar tot, aber ein Teil von ihr lebt in ihrer Tochter weiter. Und die sinnt auf Vergeltung für ein schreckliches Unglück. Am besten wird Rache kalt serviert. Es bleibt nicht bei einem Mord. Und Vernau steht ebenfalls auf der Liste des Serienkillers ganz weit oben ...

Der "Tatort" könnte kaum spannender sein, als es Elisabeth Herrmanns Romane sind. Die deutsche Autorin sollte für die Fernseh-Krimireihe die Drehbücher schreiben. Dann würden sicherlich noch mindestens eine Million Zuschauer mehr die Folge sehen. Nicht umsonst gilt Herrmann als unsere Queen of Crime. Niemand sorgt für mehr und besseren Nervenkitzel! Sobald "Totengebet" im CD-Player liegt, ist man vom Lautsprecher nicht mehr wegzukriegen. Denn die Lesung von Thomas M. Meinhardt ist gnadenlos fesselnd - und außerdem so mörderisch wie die von Dietmar Bär oder Dietmar Wunder. Der Schauspieler macht am Mikrofon einen richtig, richtig guten Job. Er schafft es sogar, dem Zuhörer eine Heidenangst einzujagen. Also Vorsicht!

"Totengebet" ist der Beweis: Die Bücher von Elisabeth Herrmann sind ein absolutes Highlight in der Krimiliteratur und ebenso für die Ohren. Sprecher Thomas M. Meinhardt liest die Story wie einen Hollywoodfilm. Man lauscht seiner Stimme und innerhalb weniger Spielminuten ist einem ganz schwindelig. Ein besseres Hörvergnügen gibt es auf der ganzen Welt nicht!

Susann Fleischer
04.04.2016

 
Diese Rezension bookmarken:

Das Buch:

Elisabeth Herrmann: Totengebet

CMS_IMGTITLE[1]

Sprecher: Thomas M. Meinhardt
Mnchen: Der Hrverlag 2016
Spieldauer: 821 Min., 12,99
ISBN: 978-3-8445-1924-2

Diesen Titel

Logo von Amazon.de: Diesen Titel können Sie über diesen Link bei Amazon bestellen.