Hrbcher

Mittelerde lange vor der Zeit von "Der Herr der Ringe"

In wenigen Tagen (genauer: am 10. Dezember) kommt "Der Hobbit - Die Schlacht der Fünf Heere" endlich in die deutschen Kinos. Bilbo Beutlins Abenteuer hat die Menschen auf der ganzen Welt in ihren Bann gezogen - genauso wie die anderen Bücher von J.R.R. Tolkien. Der Brite gehört bis heute zu den erfolgreichsten Fantasy-Autoren unserer Zeit. Seine Geschichten nehmen einen auch nach mehrmaligem Lesen und Hören vollkommen gefangen. Auch "Das Silmarillion" ist da keine Ausnahme. Man reist zurück in das Erste Zeitalter, in jede Epoche, in der die Ringe geschaffen werden, Sauron an die Macht kommt und Elben wie Zwerge ihre magischen Kräfte erlangen, und erlebt die Entstehung Mittelerdes hautnah mit - mitreißend gelesen von Achim Höppner.

Im Anbeginn der Zeit wird die Welt erschaffen und mächtige Wesen finden in ihr einen Platz. Sie sind es, die die Geschicke der Welt bestimmen, sie verändern und beleben. Und es liegt an ihnen, Arda (Mittelerde) zu einer bewohnbaren Welt zu machen. Doch vom ersten Augenblick an gibt es einige, die danach trachten, alle Macht an sich zu reißen, die Welt zu beherrschen. Neid, Missgunst und Hass halten Einzug. Bald schon beginnt ein ewig andauernder Kampf zwischen Gut und Böse, - so wie zum Beispiel den der Valar, Elben und Menschen gegen ihren Erzfeind Melkor. Er will alles nach seinen eigenen Vorstellungen zu verändern. Er strebt nach alleiniger Macht über Arda und schreckt vor keiner Gräueltat zurück, um seine Ziele zu erreichen.

Melkor, der Meister des Verrats, wendet sich früh gegen das Werk Ilúvatars ("der Allvater") - aus seinem Wunsch heraus, eigene Schöpfungen hervorzubringen und über sie zu herrschen. Er stiehlt die "Silmaril", wertvolle Juwelen, in denen das Licht verschlossen liegt, das älter ist als Sonne und Mond. Der Elb Feanor verfolgt Melkor, denn er hatte einst die Edelsteine erschaffen. Um sie zurückzugewinnen, sagt er dem schlimmsten Feind der freien Völker einen hoffnungslosen Krieg ohne Ende an. Denn kein anderes Kunstwerk vermochte es, jemals solch unsterbliche Schönheit in sich zu vereinen. Aus diesem Diebstahl, Melkors Flucht und dem Kampf der Elben, und später auch Menschen, gegen das Böse entstehen Erzählungen voller Freude und Glück, aber auch Schmerz und Verlust ...

Unterhaltung, die alles andere in den Schatten zu stellen vermag - "Das Silmarillion" darf sich kein "Der Herr der Ringe"-Fan entgehen lassen. J.R.R. Tolkien gelingt hier ein Meisterwerk der Emotionen und der Phantasie. Wenn dann noch jemand wie Achim Höppner die Geschichte liest, ist der Genuss einfach perfekt. Der deutsche Schauspieler fesselt einen geradezu an den Lautsprecher. Seiner Stimme zu lauschen, ist das Beste überhaupt. Zu keinem Augenblick kann man sich ihrer Sogwirkung entziehen. Sobald die erste mp3-CD im Player liegt und die Lesung beginnt, vergisst man, dass man eigentlich daheim in seinen eigenen vier Wänden sitzt. Vielmehr fühlt man sich, als wäre man in Mittelerde. Wahrlich eine Meisterleistung seitens Höppners. Der helle Wahnsinn!

Mit seinen (Hör-)Büchern erschafft J.R.R. Tolkien Fantasy von unvergleichlicher Schönheit. Sie sind definitiv und ohne jeden Zweifel das so ziemlich Beste und Spannendste, was man in die Hand bzw. auf die Ohren bekommen kann. "Das Silmarillion" lädt ein zu einer Entdeckungsreise durch die Mythenwelt von Mittelerde. Sprecher Achim Höppner macht die mehr als 15 Stunden Spielzeit zu einem noch nie dagewesenen Hörerlebnis. Man möchte keine Sekunde von seinen Lesungen verpassen. Diese sprengen alle Grenzen. Wow!

Susann Fleischer
08.12.2014

 
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Das Buch:

J.R.R. Tolkien: Das Silmarillion. Aus dem Englischen von Wolfgang Krege

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Sprecher: Achim Hppner
Mnchen: Der Hrverlag 2014
Spieldauer: 926 Min., 19,99
ISBN: 978-3-8445-1733-0

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