Hrbcher

Spannendes und bezauberndes Wintermrchen

Das zwölfjährige Waisenmädchen Stella befindet sich auf dem Weg zu ihrer neuen Familie, entfernten Verwandten in Wales, als ihr auf dem Bahnhof ein Mann ein mit Zeitungspapier umwickeltes Paket in die Hand drückt und verschwindet. Als sie dieses Paket später auspackt, stellt sich heraus, dass es einen Spielzeugvogel aus Metall enthält, der in seine Einzelteile zerlegt wurde.

Stella, die von dem Empfang auf dem heruntergekommenen und verlassen sowie kühl wirkenden Anwesen ihrer Verwandten sehr enttäuscht ist, baut den Vogel in ihren einsamen Stunden in dem winterlich und auch menschlich kalten Herrenhaus zusammen. Plötzlich erwacht der Spielzeugvogel zum Leben, er spricht und flattert umher. Doch nicht nur das: Der Mondscheinvogel kann Stella auch noch mit seinen magischen Kräften zur Seite stehen.

Diese kann sie gut gebrauchen, denn sie möchte herausfinden, was hinter dem geheimnisvollen Schweigen der Bediensteten steckt, die, nachdem der Hausherr und seine Frau das Anwesen verlassen haben, die einzigen sind, die Stella dort in Empfang genommen haben. Sie entdeckt im Obergeschoss ein abgeschlossenes Zimmer, das sie mit Hilfe des Mondscheinvogels öffnet und erkundet. Ganz offensichtlich hat dieses verlassene Kinderzimmer etwas mit dem Geheimnis um das Verschwinden von Tomos, dem kleinen Sohn der Familie, zu tun. Zusammen mit dem Mondscheinvogel und Tomos' Tagebuch begibt sich Stella auf eine magische, aber auch nicht ungefährliche Reise.

Catherine Fisher, Autorin fantastischer Kinderliteratur, hat rund um Stella und ihre traurige Familiengeschichte im viktorianischen England eine märchenhafte Erzählung gesponnen, die perfekt zu einem winterlichen Leseabend, bei dem man es sich zu Hause gemütlich macht, passt. Schneekugeln, ein bisschen Magie und Abenteuer sowie der ganz große Wunsch nach Geborgenheit und einem Weihnachtsfest im Kreis der Familie stehen bei dieser Geschichte im Vordergrund.

Uve Teschner liest diese ungekürzte Hörbuchfassung von gut vier Stunden mit einer einerseits warmen Stimme - die man bei all der Gefühlskälte, die Stella ertragen muss, gut gebrauchen kann - und auch mit viel Talent für das Kreieren verschiedener Stimmlagen. Seine Interpretation des etwas mürrischen Spielzeugvogels lässt einen förmlich die eingerosteten Metallgelenke des alten Spielgefährten hören.

"Stella und der Mondscheinvogel" sollte man auf jeden Fall im Winter - im besten Fall, wenn draußen alles eingeschneit ist und man sich auf weiße Weihnachten freut - hören und sich von Stella in die Zauberwelt mitnehmen lassen.

Sabine Mahnel 
17.01.2022

 
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Das Buch:

Catherine Fisher: Stella und der Mondscheinvogel. Aus dem Englischen von Ulrike Kbele

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Sprecher: Uve Teschner Berlin: Argon Verlag 2021 Spielzeit: 250 Min., 14,95 ab 9 Jahren ISBN: 978-3-8398-4264-5

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