Bildbnde

Tiere beim Fotoshooting

Wie stellen sich Fotos dar, wenn man Tiere aus ihrer natürlichen Umgebung herausnimmt, um sie in einer neutralen Szenerie abzulichten? Eine Frage, die sich der Werbefotograf Andrew Zuckerman immer wieder stellte, bis ihm eines Tages der Zufall zu einer einzigartigen Aufnahme verhelfen sollte. An einem kalten Wintertag entdeckte Zuckerman im Schnee einen toten Vogel, den er sogleich mit der Kamera festhielt. Dieses Stillleben veranlasste ihn zu Aufnahmen ähnlicher Art, bis er sich schließlich Tieren vor weißem Hintergrund zuwandte. Eine Auswahl seiner Werke erhält man nun in dem Fotoband "Wild Animals mini".

Auf 296 Seiten wurden in 150 vorzüglichen Farbfotografien verschiedenste Tierarten festgehalten. Vor einem weißen Hintergrund erblickt der Rezipient Lebewesen, die in ihrem Aussehen, Verhalten und Charakter eine Persönlichkeit verbergen, die erst in einem neutralen Studio perfekt in Szene gesetzt werden kann. Für die Kamera "posen" - von jeder Gattung jeweils ein Vertreter - heimische Tiere wie Hase, Eule, Katze, Wildschwein und Hahn, Tiere, die jeder schon einmal im Zoo beobachten durfte (z.B. Schimpanse, Tiger, Giraffe, Schildkröte, Löwe und Zebra) und wahre Exoten, die kaum ein menschliches Auge in der freien Wildbahn oder im Zoo entdecken wird (z.B. Argentinischer Hornfrosch, Nilflughund, Molukkenkakadu, Gürteltier und Blauzungenskink). Während einige Tiere offenbar (z.B. Schimpanse, Tiger, Giraffe, Puma, ...) für die Fotos Modell gestanden haben, geben andere sich ihrem natürlichen Verhalten hin. Damit schafft Zuckerman eine gelungene Mischung aus Posing und Natürlichkeit, die anhand der Fotos für den Betrachter fassbar wird.

Dank Andrew Zuckermans Streben, Tiere vor einem weißen Hintergrund abzulichten, hat man in "Wild Animals mini" die Möglichkeit, die tierischen Vier- und Zweibeiner aus einem wundervollen anderen Blickwinkel zu betrachten. Auf jedem Foto kommt man dem Tier so nahe wie sonst nirgendwo - so detailgenau sind die Fotos. Man erkennt ihre Fellstrukturen, einzelne Härchen und sogar ein flackerndes Aufblitzen in ihren Augen, sodass man das Gefühl hat, einfach die Hand ausstrecken zu müssen, um endlich mal das weiche Fell eines wilden Pumas, die ledrige Haut eines Elefanten oder den spitzen Schnabel eines Seeadlers zu berühren. Da verzichtet man gerne einmal auf dem Zoobesuch, um daheim das Buch zu genießen.

Susann Fleischer
26.10.2009

 
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Das Buch:

Andrew Zuckerman: Wild Animals mini. Aus dem Englischen von Egbert Baqu

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Mnchen: Knesebeck Verlag 2009
296 S., 22,00
ISBN: 978-3-86873-060-9

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