Romane

Der neue Lupton - definitiv der absolute Lesewahnsinn

Die britische Physikerin Yasmin fliegt mit ihrer zehnjährigen Tochter Ruby nach Alaska, um ihren Mann Matt zu treffen, der dort einen Dokumentarfilm dreht. Doch die Polizei empfängt sie mit der Nachricht, dass Matt weit oben im Polarkreis umgekommen sei. Yasmin will das nicht glauben. Sie ist überzeugt, dass ihr Gatte am Leben ist und ihre Hilfe braucht. Zusammen mit Ruby macht sie sich auf eine Reise durch ewiges Eis und ewige Nacht, um ihn zu finden. Schneestürme, Lawinen, unpassierbare Straßen und die erbarmungslose Kälte sind dabei nur das kleinere Übel. Denn auf der Straße zu den Ölfeldern folgt ihren Reifenspuren ein zweiter LKW, dessen Fahrer die weitaus größere Gefahr darstellt. Jemand verfolgt sie, der ihnen Böses will.

Nicht die einzige Gefahr, der sich Yasmin und ihrer Tochter nähert: Ein Sturm fegt über die Eiswüste Alaskas. Trotzdem bleibt Yasmin kaum eine Wahl. Allein kämpft sie sich durch Dunkelheit, Stürme und Minustemperaturen weit unter vorstellbaren Graden. Ihr stets dicht auf den Fersen ist ihr Verfolger. Doch was der nicht ahnt: In ihrer Verzweiflung wäre Yasmin zu (fast) allem fähig. Um ihre Tochter zu schützen, würde Yasmin sogar morden. Schließlich erhält Yasmin auch noch E-Mails, die nur Bilder von toten Tieren im Anhang haben. Ruby ist davon überzeugt, dass die E-Mails von ihrem Vater stammen. Aber warum sollte er diese grausigen Fotos schicken? Aus dem Versuch ihre Ehe zu retten wird für Yasmin plötzlich ein Kampf auf Leben und Tod ...

Gänsehautgarantie am ganzen Körper - es dauert nur wenige Seiten von "Lautlose Nacht" und es jagen einem eiskalte Schauer über dem Rücken. Rosamund Lupton sorgt für so geniale Thrill-Time, dass es den Leser glatt vom Hocker haut. Die Britin beherrscht ihr Schreibhandwerk so meisterhaft wie einzig noch ein Peter Høeg ("Fräulein Smillas Gespür für Schnee") und wenige andere Schriftstellerkollegen. Was man hier in die Hand kriegt, gehört zu den Highlights 2016. Lupton kennt mit uns partout keine Gnade. Ihre Bücher sind verdammt fesselnd. Diese könnten auch der Feder des Teufels höchstpersönlich entstammt sein. Das vorliegende führt den Leser geradewegs in die Hölle und noch weiter, ganz tief in die seelischen Abgründe der Menschen.

Spannender als "Lautlose Nacht" kann Literatur kaum sein. Die Romane von Rosamund Lupton stecken voller Nervenkitzel in geballter Form. Ab dem ersten Satz vergisst man glatt das Atmen. Die englische Autorin schreibt absolut mörderisch. Noch Stunden oder Tage nach der Lektüre ihrer Werke ist an so etwas wie Schlaf nicht einmal zu denken. Auch ihr neuestes hat es ordentlich in sich. Also Vorsicht!

Susann Fleischer
09.01.2017

 
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Das Buch:

Rosamund Lupton: Lautlose Nacht. Aus dem Englischen von Christine Blum

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Mnchen: dtv 2016
384 S., 14,90
ISBN: 978-3-423-26121-0

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