Romane

Definitiv das originellste , makaberste und warmherzigste Debt 2016

Seit dem Tod seiner geliebten Frau vor zwei Jahren, ist Paddy Buckley Bestatter mit Leib und Seele. Als eine attraktive Witwe seine Zuwendung braucht, gibt er sie ihr. Doch blöderweise stirbt sie auf dem Höhepunkt seines körperlichen Trostes. Geschockt von diesem Erlebnis überfährt er auf dem Heimweg einen Fußgänger. Der Tote ist ausgerechnet der Bruder von Vincent Cullen, der Nummer eins von Dublins Verbrechern. Jetzt hat Paddy eine tote Witwe und einen toten Gangster am Hals, für die er obendrein auch noch die Beerdigung auszurichten hat! Er muss also höllisch aufpassen, sich nicht zu verraten. Denn Cullen hat geschworen, den Tod seines Bruders zu rächen. Bereits bei seinem ersten Treffen mit Cullen macht sich Paddy höchstverdächtig.

Noch ist niemand Paddy auf die Schliche gekommen. Allerdings ist dies lediglich eine Frage der Zeit, oder?! Die Obduktion von "Mordopfer" Lucy Wright könnte das mühsam aufgebaute Lügenkonstrukt Paddys zum Einsturz bringen. Wie soll er bloß erklären, dass sie nicht todumgefallen ist, als sie für ihren Mann einen Anzug aus dem Kleiderschrank aussuchte, sondern mitten im Sex mit Paddy? Und wie soll er Cullen klar machen, dass der Tod seiner Bruders Donal ein fürchterlicher Unfall war. Gut, wenn man Freunde hat. Und noch besser, wenn auf diese Verlass ist - egal, wie aussichtslos die Situation auch sein möge. Dieses Mal jedoch braucht es ein Wunder, oder wohl eher die Hilfe des Teufels, wenn Paddy nicht demnächst in einem Sarg unter der Erde landen will ...

Literatur, die alles ist, aber ganz sicher nicht nullachtfünfzehn, kriegt man mit den Geschichten von Jeremy Massey in die Hände. Diese bedeuten ein Leseerlebnis voller brüllend komischem Humor und schrägen Einfällen. "Die letzten vier Tage des Paddy Buckley" ist die reinste Wundertüte. Nach jedem Satz wartet eine neue Überraschung auf den Leser, eine verrückter als die vorherige. Hier hat weder so etwas wie Langeweile und noch nicht einmal die größte Laus auf der Leber auch nur den Hauch einer Chance. Nach den knapp 280 Seiten hat man mit einem ausgewachsenen Muskeltiger zu kämpfen. Denn Die Story bewegt Herz und vor allem Zwerchfell über alle Maßen. Gute Laune über viele, viele Stunden absolut garantiert, dank des irischen Autors und seinen genialen Büchern.

Unterhaltung, wie diese amüsanter kaum sein könnte - (nicht nur) Leser von Jonas Jonassons Romanen werden sich bei der Lektüre von "Die letzten vier Tage des Paddy Buckley" glatt wegschmeißen ob der vielen Lachanfälle. Ab der ersten Seite von Jeremy Masseys Debüt kriegt man sich definitiv nicht mehr ein vor lauter Lesebegeisterung. Hier erfährt man nämlich das wohl originellste, makaberste und warmherzigste Vergnügen dieses Jahres.

Susann Fleischer
19.12.2016

 
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Das Buch:

Jeremy Massey: Die letzten vier Tage des Paddy Buckley. Aus dem Englischen von Herbert Fell

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Mnchen: carls books 2016
272 S., 14,99
ISBN: 978-3-570-58555-9

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