Romane

Wie alles begann ...

Die erste Generation: Man nannte sie Golden Boy, Turtle oder Captain Trips, und sie waren die Helden Amerikas ... Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg setzt ein wahnsinniger Wissenschaftler einen schrecklichen Virus frei. Der wagemutige Pilot Jetboy will das Schlimmste verhindern und tritt dem Wissenschaftler am Himmel über New York in einer epischen Luftschlacht entgegen. Doch der Wild-Cards-Virus ordnet den Lauf der Geschichte bereits neu. Die Mehrheit der Menschheit überlebt den Virus nicht. Bei anderen bringt er seltsame Veränderungen hervor. Die Asse erinnern mit ihren übermenschlichen Fähigkeiten an Superhelden. Die Joker dagegen mussten die Verwandlung mit bizarren physischen Deformationen bezahlen.

Egal, ob gefürchtet oder bewundert - ab sofort sind Helden und Schurken Teil der Gesellschaft. Die wenigen normalen Menschen müssen lernen, mit den Wild Cards zu leben. Schon bald wird die Menschheit in vier Kategorien ("Herz", "Kreuz", "Pik", "Karo") unterteilt. Und man muss sich mit den restlichen nicht infizierten Menschen arrangieren, sich einen Platz in der Gesellschaft suchen. Selbst wenn man ein Held ist, ist dies schwer. Und als Schurke manchmal zu leicht. Doch wie so oft, gibt es Licht und Schatten nebeneinander: Nicht jeder Held verfolgt hehre Absichten. Und nicht jeder Schurke ist ein Bad Boy. Einige wenden sich dem Guten zu und handeln im Verborgenen. Dabei geht es allen nur um eins: Leben und Überleben!

Dem Münchner Penhaligon Verlag gelingt mit der "Wild Cards"-Anthologie ein ganz großer Wurf, wahrscheinlich sogar der größte seit es Literatur gibt. Der US-Amerikaner George R.R. Martin sprengt (mit Hilfe von John J. Miller, Howard Waldrop, Roger Zelazny, Melinda M. Snodgrass, Carrie Vaughn, ...) einmal mehr sämtliche Genre-Grenzen. "Die erste Generation" haut einen nicht nur ein-, zwei- oder dreimal um, sondern gleich mehrere Male hintereinander. Kein Wunder, bedeutet "Vier Asse" doch Unterhaltung voller Spannung und rasanter Leseaction. Ab dem ersten Satz stellt man hier das Atmen ein. Die Story macht einen außerdem regelrecht sprachlos. Knapp 800 Seiten lang erfährt man Phantastik von Weltklasse. Einfach nur wow, wow, wow!

Der absolute Science-Fiction-Wahnsinn - "Wild Cards" gehört definitiv zu den genialsten Leseerlebnissen aller Zeiten. Herausgeber George R.R. Martin und seine Autorenkollegen sorgen für Kopfkino, das alles andere problemlos in den Schatten zu stellen vermag. Selbst Hollywood-Regisseure wie Paul W. S. Anderson ("Resident Evil") und Co. hätten "Vier Asse" definitiv nicht besser schreiben können.

Susann Fleischer
17.10.2016

 
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Das Buch:

George R.R. Martin (Hg.): Wild Cards - Die erste Generation: Vier Asse. Aus dem Amerikanischen von Christian Jentzsch, Simon Weinert

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Mnchen: Penhaligon Verlag 2016
768 S., 14,99
ISBN: 978-3-7645-3153-9

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