Romane

Ein abgedrehtes wie geniales Lesevergngen

Florida zur Sommerzeit: Andrew Yancy hat allen Grund, sein Leben zu hassen. Seit kurzem arbeitet er als Schabeninspektor und hat seitdem jeglichen Appetit verloren. Fünf Kilo innerhalb von drei Wochen hat er bereits abgenommen. Doch es kommt noch schlimmer: Plötzlich soll er im Auftrag seines Ex-Chefs, dem Sheriff von Big Pine Key, einen Arm in die Gerichtsmedizin von Miami bringen. Ein Tourist hat das Körperteil aus dem Meer gefischt. Nun soll geklärt werden, zu wem dieser Arm gehört. Yancy bleibt keine andere Wahl: In der Hoffnung, seine Dienstmarke nach einem reichlich peinlichen Ausrasters in der Öffentlichkeit zurückzubekommen, macht sich der Ex-Detective auf den Weg und kommt vom Regen in die Traufe.

Zwar lernt er in Miami die attraktive Rosa kennen, aber sie schickt ihn und den Arm wieder nach Hause. Ein Verbrechen scheint ausgeschlossen. Es spricht alles dafür, dass jemand auf hoher See in eine Bootsschraube geraten ist und die Haie nur den Arm übrig gelassen haben. Doch was ist die Wahrheit? Plötzlich kommen Yancy Zweifel an einem tragischen Unfall und schon bald ermittelt er in Sachen Mord. Dumm nur, dass seine Tätigkeit als Restaurantprüfer für das Gesundheitsamt nicht viel mit Polizeiarbeit zu tun hat. Die ehemaligen Kollegen verspüren allerdings keine sonderlich große Lust, sich dieses Falles anzunehmen, und schieben Yancy die Verantwortung zu. Der packt den Arm erst einmal in sein Tiefkühlfach und wartet ab.

Schon bald überschlagen sich die Ereignisse: Yancy übergibt der mutmaßlichen Witwe des mutmaßlichen Unfallopfers den Arm. Diese macht auf ihn einen ziemlich seltsamen Eindruck. Als Gerüchte laut werden, dass Eve Striplings Geliebter auf den Bahamas auf sie warten soll, treibt Yancy seine Nachforschungen voran. Er folgt der Spur eines Verbrechens, das selbst ihm die Sprache verschlägt. Um dieses aufzuklären, riskiert er sogar sein Leben. Mit einem Mal macht ein kaltblütiger Mörder Jagd auf Yancy. Er will Yancy um jeden Preis tot sehen ...

Dank Carl Hiaasen und seine Romane ist gute Laune garantiert und eine Laus auf der Leber hat keine Chance mehr. Auch "Affentheater" ist von der ersten bis zur letzten Seite ein Brüller. Bei der Lektüre wird gelacht, bis man ganz aus der Puste ist. Und nicht nur das: Dem Schriftsteller gelingt es einmal mehr, den Irrsinn des Seins auf die Schippe zu nehmen und mit seinen Worten für einen Genuss zu sorgen, der einfach nur herrlich ist - nämlich schräg. Es gibt keinen Zweifel: Diese Geschichte ist der beste (Lese-)Spaß seit langem! Hier werden Herz und Zwerchfell bewegt und man erfährt wahres Glück. Hiaasen macht Literatur zu einem Erlebnis für alle Sinne. Und er kann schreiben, und zwar verdammt gut.

Seitenweise amüsante Unterhaltung und Wortwitz mit geradezu umwerfender Wirkung - "Affentheater" ist definitiv der lustigste Roman dieses Jahres. Carl Hiaasens Humor kennt wahrlich keine Grenzen und ist absolut unschlagbar. Kein Wunder, dass der Leser hier vor lauter Lachanfällen glatt von der Couch plumpst. Deshalb Vorsicht: Mit Muskelkater muss auf alle Fälle am nächsten Tag gerechnet werden!

Susann Fleischer
05.05.2014

 
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Das Buch:

Carl Hiaasen: Affentheater. Aus dem Amerikanischen von Marie-Luise Bezzenberger

Mnchen: Manhattan Verlag 2014
400 S., 17,99
ISBN: 978-3-442-54740-1

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