Romane

Was lange whrt , wird gewohnt groartig

Kaum eine Fortsetzung wurde von Fantasyfans so sehns?chtig erwartet, wie der neunte Teil der Reihe "Das Lied von Eis und Feuer": "Der Sohn des Greifen". Der US-amerikanische Autor George R.R. Martin hatte diverse Abgabetermine ?berschritten, seit dem Erscheinen des letzten Bandes aber mit HBO ein renommiertes Unternehmen gefunden, das unter dem Titel "Game of Thrones" mit der - bereits vielfach pr?mierten - Verfilmung der Serie begonnen hat.

W?hrend Tyrion Lennister nach dem Mord an seinem Vater vor dem Zorn seiner Schwester aus den Sieben K?nigslanden flieht und dabei unter anderem auf den geheimnisvollen Sohn des Greifen trifft, steht K?nigin Daenerys Targaryen vor der schweren Entscheidung, entweder die gef?hrdete Macht im eroberten Essos zu festigen oder mit der schon jahrelang ersehnten Eroberung von Westeros zu beginnen. Jon Schnee ist es zwar mithilfe der Soldaten von K?nig Stannis Baratheon gelungen, den Angriff der Wildlinge zur?ckzuschlagen, doch plagen ihn neue Probleme, zu denen auch die mysteri?se Priesterin Melisandre beitr?gt. Derweil plant das Haus Bolton mit einem besonderen Schachzug die Kontrolle ?ber den Norden zu ?bernehmen.

Schon aus dieser kurzen und l?ngst nicht alle Erz?hlstr?nge zusammenfassenden Inhaltsbeschreibung wird die Komplexit?t des Romans und der ganzen Saga deutlich. Wer nicht alle vorherigen B?nde gelesen hat, wird M?he haben, sich in George R.R. Martins vielschichtiger Welt zurechtzufinden. Allein das Verzeichnis der handelnden Personen am Ende des Buches umfasst mehr als 50 Seiten. Es ist erstaunlich, wie es dem Autor immer wieder gelingt, aus den vielen Figuren lebensecht wirkende Charaktere zu gestalten und jedem der diversen Handlungsorte ein einzigartiges Flair zu verleihen.

Hier k?mpft nicht einfach das Gute gegen das B?se oder Schwarz gegen Wei?. Vielmehr nehmen Hunderte von Figuren freiwillig oder unfreiwillig am Spiel der Throne teil. Sie bilden und brechen B?ndnisse und besitzen ihre eigenen Ziele, Tr?ume, St?rken und Schw?chen. Der Leser wird Teil dieses weltumfassenden Spiels, wobei er in jedem Kapitel bei der Lekt?re einen anderen Charakter begleitet. In diesem Roman sind diese vor allem der trickreiche Kleinw?chsige Tyrion Lennister, der als Antiheld eine der schillerndsten Figuren der ganzen Serie ist, aber auch die K?nigin der Drachen, Daenerys Targaryen, die sich unter schwierigsten Umst?nden bem?ht, eine gerechte Herrscherin zu sein.

Die einzige Kritik an diesem Buch hat nichts mit der Leistung von George R.R. Martin, sondern mit der ?bersetzung zu tun. Aus unerfindlichen Gr?nden kam jemand auf die Idee, alle originalen Personen- und Ortsnamen einzudeutschen. In der deutschen Erstauflage der bisher erschienenen acht Romane wurden hingegen die englischen Namen ?bernommen. So wird aus Jon Snow nun Jon Schnee. Ganz abgesehen davon, welches Vorgehen besser ist - und es spricht einiges f?r das alte Verfahren, denn wer macht schon Urlaub in "Neu York"? -, sorgt dieses f?r eine unn?tige Verwirrung beim Leser. Bei der Beibehaltung der bisherigen Praxis h?tte sich auch das 15-seitige eng bedruckte Glossar am Ende des Buches er?brigt, das alle ge?nderten Namen auff?hrt. Zudem ist nicht jede ?bertragung gegl?ckt. So fragt sich der Leser unweigerlich, warum aus King?s Landing nun K?nigsmund wird.

Mit "Der Sohn des Greifen" ist dem US-amerikanischen Autor George R.R. Martin ein weiterer schillernder Stein in seinem im doppelten Wortsinne fantastischen Weltenmosaik gelungen. Wer anspruchsvolle Fantasy mag, wird "Das Lied von Eis und Feuer" und auch diesen Band der Serie lieben.

Ingo Gatzer
02.07.2012

 
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Das Buch:

George R.R. Martin: Das Lied von Eis und Feuer - Der Sohn des Greifen. Aus dem Amerikanischen von Andreas Helweg

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Mnchen: Penhaligon Verlag 2012
832 S., 16,00
ISBN: 978-3-7645-3104-1

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