Romane

Ein wahnwitziges Vergngen vom Meister des schwarzen Humors

Seit sich im 10. Jahrhundert Ursula Grope sich den Wikinger Awgard geschnappt hat, liegen die Geschicke der Familie in den H?nde der Frauen. Sie geben den Ton an und zeigen ihren M?nnern, was Nachfahren eines germanischen Kriegers draufhaben. Zwar sind sie nicht unbedingt bekannt f?r ihr liebreizendes Antlitz - in Wahrheit sind sie allesamt potth?sslich und von Mutter Natur nicht mit reichen Gaben gesegnet -, aber das machen sie mit ihrer Gr??e und St?rke problemlos wieder wett. Auch Belinda Ponson geh?rt zu ihnen. Kein Wunder also, dass die gestandene Powerfrau lediglich einen nichtsnutzigen Mann abbekommen hat. Albert bringt n?mlich offenbar nichts auf die Reihe und wei? mit seiner Ehefrau kaum etwas anzufangen. 

Es ist kaum verwunderlich, dass Belinda eines Tages der Geduldsfaden rei?t und eine verh?ngnisvolle Entscheidung f?llt: Es muss dringend ein neuer Gatte herbei. In ihrem Neffen glaubt sie den Richtigen gefunden zu haben. Er soll Belinda nun endlich zur Mutter eines M?dchens und sie gl?cklich machen. Nachdem Albert aus dem Wege ger?umt worden ist, bekommt Esmond die Chance auf Macht und viel Geld. Im Gegensatz zu Albert jedoch l?sst der junge Wiley sich nicht vorschreiben, was er zu tun oder zu lassen hat. Zwar erkl?rt er sich dazu bereit, Belinda zu ehelichen, aber stellt zuvor eigene Bedingungen auf: Er will das alleinige Sagen auf Grope Hall haben. F?r Belinda ist dies ein weitaus gr??eres Problem, als sie anfangs zugeben m?chte. Da muss sich die Nachfahrin eines Wikingers und einer Grope wohl dringend etwas einfallen lassen. 

Tom Sharpe belebt mit seinen Romanen den Alltag seiner Leser und strapaziert ihre Lachmuskeln bis zum ?u?ersten. Sein Roman "Lauter Irre" ist wahnsinnig komisch, extrem kurzweilig und deshalb ein abgedrehtes Lesevergn?gen. Schlie?lich muss man bei der Lekt?re nie bef?rchten, dass sich Langeweile einstellt - so unterhaltsam und wunderbar skurril kommt diese Geschichte daher. Sharpe versteht es, Satiren auf das Leben zu schreiben und f?r einen Moment den Ernst unseres Daseins beim Leser auszublenden. "Lauter Irre" ist daf?r das beste Beispiel. Dieser Roman ist ein fabelhafter Spa? voller Wortwitz, origineller Geistesblitze und Schwung - eine Mischung, die es wahrlich in sich hat. Tom Sharpe ist ein Meister des schwarzen Humors und jedes seiner Werke ein gro?artiges Leseerlebnis. 

Susann Fleischer 
31.10.2011

 
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Das Buch:

Tom Sharpe: Lauter Irre. Aus dem Englischen von Marie-Luise Bezzenberger

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Mnchen: Goldmann Verlag 2011
224 S., 8,99
ISBN: 978-3-442-47673-2

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