Romane

Tragik und Spannung bis(s) zur letzten Seite - die Liebesgeschichte um Hanna und Mattim geht weiter

Die deutsche Autorin Lena Klassen machte vor gut anderthalb Jahren von sich reden, als mit "Magyria. Das Herz des Schattens" ein vielbeachteter Fantasy-Roman erschien, der (beinahe) jeden umhauen konnte. Auf 560 Buchseiten erschuf sie eine (Vampir-)Saga, die vor allem mit ihrer düsteren Liebesgeschichte um Hanna und Mattim selbst den letzten Zweifler überzeugte, und traf damit mitten ins Herz ihrer Leser. Nun endlich führt Klassen fort, was sie 2009 begonnen hat: Sie erzählt in "Magyria. Die Seele des Schattens" eine emotionsgeladene Geschichte, die fesselt und zugleich Kurzweile bietet. Dies gelingt sicherlich nicht jedem Autor so (scheinbar) federleicht und trotzdem genial wie Lena Klassen.

Eine (unendliche) Liebe, die jeder Gefahr trotzt

Budapest, Ungarn: An ihren fünfzehnten Geburtstag kann sich Réka nicht mehr erinnern. Aber sie lässt das Gefühl nicht los, dass an jenem Abend etwas geschehen ist, dass ihr Leben für immer verändert wurde. Während sie sich immer mehr zurückzieht und sich vor den Freundinnen verschließt, blüht ihr Au-pair, die 18-jährige Deutsche Hanna, in ihrer Liebe zu Mattim auf. Doch das Glück der beiden wird überschattet, denn Mattim ist ein Vampir, der nur durch das Blut seiner Geliebten überleben kann. Einst war er ein Prinz des Lichts, aber wegen seines Bruders Kunun ist er in den Schatten gefallen. Aber noch hat das Böse nicht Besitz von ihm ergriffen, denn Hanna gibt ihm die Kraft, an das Guten in seinem Innern festzuhalten.

Gefahr zieht herauf, denn Kunun führt eine Armee von Vampiren an, um die Welt in Dunkelheit zu stürzen. Einzig Mattim kann ihn noch aufhalten, denn an Stärke ist er seinem älteren Bruder durchaus ebenbürtig - wenn nicht sogar überlegen, denn er hat einen Grund, diese entscheidende Schlacht zu gewinnen. Obwohl er zuvor noch geglaubt hat, in Budapest sicher zu sein, denn nur mit größter Mühe konnte er damals die Pforte zwischen der ungarischen Hauptstadt und dem fantastischen Magyria schließen. Es bleibt nur eine Frage: Wie kommen die Schatten zurück? Dafür muss sich Mattim mit seinem ärgsten Feind verbinden und zieht damit den Zorn seines Vaters auf sich.

Das Licht weicht der Finsternis

Während Mattim zwangsläufig an Kununs Seite steht und dessen Truppen in den Krieg führt, muss Hanna eine ganz andere Art von Kampf durchstehen: Sie hat Angst davor, ihre große Liebe auf ewig zu verlieren, und muss sich zugleich einem Herrscher entgegenstellen, der in seiner Verzweiflung auch jene töten will, die zu seiner und zu Magyrias Rettung geeilt sind. Hanna wird ins Verließ gesperrt und Mattim droht ein grausamer Tod, sollte er seinem Vater jemals in die Hände fallen. Misstrauen und Verblendung trüben König Farank in seinen Entscheidungen und veranlassen ihn, den eigenen Sohn und seine Gefährtin hinzurichten - obwohl sie beide auf der Seite des Lichts stehen. Dabei sind sie die einzigen, die Kunun und sein Schattenheer noch aufhalten können.

Wie sie erfahren müssen, ist es Kunun gelungen, neue Pforten zu öffnen, die ihn nach Akink bringen sollen. In Magyrias Königsstadt will er das Gute ein für allemal auslöschen und die Herrschaft an sich reißen. Und dafür kennt er keine Grenzen, denn zu verlieren hat der Schattenfürst schon längst nichts mehr. Das Böse hat vollständig Besitz von seinem Herz ergriffen und befiehlt ihn zu kämpfen - bis in den Tod. Aber nicht nur er wird vor große Entscheidungen gestellt, denn auch Hanna und Mattim müssen eine Wahl treffen. Schließlich kann einzig ihre Liebe den Untergang alles Guten abwenden. Die Frage ist nur: Gibt es in dieser ausweglosen Lage noch eine Chance für Magyria und das Licht?

Fantasy made in Germany - Lena Klassen zeigt, wie´s geht

Endlich führt Lena Klassen mit "Magyria. Die Seele des Schattens" ihre bezaubernd schöne Fantasy-Saga fort und enttäuscht auch dieses Mal nicht ihre Fans. Bei der Lektüre verfällt man der Liebesgeschichte um Hanna und Mattim und findet sich als unbeteiligter Beobachter in einem Traum wieder. Um ehrlich zu sein: Für ihren Roman hat die deutsche Autorin eigentlich einen Preis verdient, denn "Magyria" ist mindestens so mitreißend wie Stephenie Meyers "Twilight", wenn nicht sogar besser. Ihren Platz neben der US-amerikanischen Autorin hat sich Klassen wahrlich verdient.

Oder anders gesagt: Dieser beeindruckende Roman ist ein intensives Lese- und auch Gefühlserlebnis, das eine immense Spannung in sich birgt und damit jedem eine unvergessliche Lektüre voll starker Emotionen beschert. Besser kann man Gefühl, Spannung und Dramatik nicht miteinander verbinden.

Susann Fleischer
25.07.2011

 
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Das Buch:

Lena Klassen: Magyria 2. Die Seele des Schattens

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Mnchen: Penhaligon Verlag 2011
576 S., 18,99
ISBN: 978-3-7645-3079-2

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