Romane

Ein opulentes Mittelalter-Drama aus der Feder eines deutschen Ausnahmeautors

Seit im November 2009 der Schm?ker "Der Bastard von Tolosa" erschien, z?hlt Ulf Schiewe zu Deutschlands Topautoren, denen es scheinbar m?helos gelingt, Historie in die Gegenwart bringen und zu einem Erlebnis f?r den Leser machen. Sein farbenpr?chtiges Panorama des Mittelalters macht die Vergangenheit wieder lebendig und l?sst die Lekt?re eines pr?chtigen Romans zu einem kurzweiligen Vergn?gen werden. Dem steht Schiewes neues Werk "Die Comtessa" in nichts nach. Auch hier erlebt man Geschichte in einer brillanten Geschichte, in der ein Mix aus Wahrheit und Fiktion den Leser zu fesseln wei?. Aber auch Spannung und gro?e Emotionen zeigen, dass das 12. Jahrhundert eine Faszination aus?bt, der man sich nur schwer entziehen kann - auch wegen der Figuren, die in "Die Comtessa" ihren Kampf auszufechten haben. 

S?dfrankreich, Mitte des 12. Jahrhunderts: Ermengarda, die Vizegr?fin von Narbonne, tr?gt eine gro?e Last auf ihren Schultern. Seit dem Tod ihres Vaters versucht sie nach besten Wissen und Gewissen die Geschicke ihres Landes zu lenken. Dabei steht ihr allerdings die Stiefmutter im Wege. Diese sieht ihre Macht am Schwinden und plant eine Intrige, die "la Bela" ihren Platz auf dem Thron sichern soll. Sie will Ermengarda zur Ehe mit Alfons, dem Graf von Toulouse und einem streits?chtigen Mann, zwingen. Liebe und Zuneigung spielen in diesem R?nkespiel keine Rolle, denn hier geht es einzig um Macht und Reicht?mer, die alles andere in den Schatten stellen. 

Ermengardas Schicksal scheint besiegelt, aber gl?cklicherweise ist sie in dieser schweren Zeit nicht auf sich alleingestellt. In den beiden jungen Rittern Arnaut und Felipe findet sie treue Weggef?hrten, die die Gefahr nicht scheuen und f?r die Vizegr?fin sogar ihr Leben lassen w?rden. Gemeinsam gelingt ihnen am Tag der geplanten Verm?hlung die Flucht, die sie quer durch S?dfrankreich f?hrt. Getrieben von Wut und falschem Ehrgeiz heftet sich Alfons an die Fersen seiner Braut - mit dem festen Willen, sie f?r ihren Verrat mit einem grausamen Tod b??en zu lassen. Aber Ermengarda ist trotz ihrer f?nfzehn Jahre eine tapfere junge Frau, die f?r ihr Recht zu k?mpfen wei?. Jetzt muss sie dies nur noch beweisen... 

"Die Comtessa" f?hrt eindrucksvoll vor, dass Geschichte ein Ergebnis von Geschichten ist. Wobei die von Ulf Schiewe zweifellos zu denen gez?hlt werden darf, die wort- und bildgewaltig jederzeit den Leser zu ?berw?ltigen drohen. Sie ist ein gelungenes Beispiel daf?r, dass ein Geflecht aus Wahrheit und Fiktion eine ungeheure Sogwirkung auf all jene aus?bt, f?r die historische Romane mehr als nur ein netter Zeitvertreib sind. Dieses Werk m?chte einzig unterhalten - und tut es auch, indem es Spannung und Gef?hl perfekt in sich vereint und so dem Leser Kurzweile beschert. Was Ulf Schiewe mit ein bisschen Tinte und Papier macht, grenzt wahrlich an Zauberei, die f?r den Leser Kopfkino vom Feinsten bedeutet. 

Susann Fleischer 
18.07.2011

 
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Das Buch:

Ulf Schiewe: Die Comtessa

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Mnchen: Droemer Verlag 2011
560 S., 19,99
ISBN: 978-3-426-19887-2

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