Romane
Eine Geschichte über das wahre Mutter-Dasein: brutal ehrlich, hoch literarisch und lebensverändernd
Drei Engländerinnen, eine Deutsche, viermal alleinerziehend: Kayla, Tamara, Antje und Lina sind befreundete Mütter, die einander ebenso scharfzüngig kritisieren wie bedingungslos unterstützen. Als ihr monatlicher Supper Club durch die Momfluencerinnen-Cocaine-Moms-Clique infiltriert wird, führt der Generationenclash zu Chaos. In bissig-humorvoll erzählten Episoden folgen wir den Frauen und ihren Kindern durch ihren Alltag, vom Kindergeburtstag mit Kokain im Familienbadezimmer bis zum Elternabend mit Crush auf den neuen Klassenlehrer. Britin und Wahl-Berlinerin Nandi erzählt in ihrem neuen Roman von einem Leben unter Deutschen, von bürokratischen Hürden für Alleinerziehende, von Generationskonflikten unter Müttern, von Klasse und Herkunft, von Verrat - und vom Trost, den man an den unmöglichsten Orten findet.
Unterhaltung, für die es eigentlich keine Worte gibt, außer vielleicht: wow, wow, wow - Jacinta Nandi zu lesen, kommt für so manchen einer Offenbarung gleich. Einen ähnlichen Genuss wie "Single Mom Supper Club" hat man garantiert noch nie erfahren. Diese Story ist ein Juwel im Bücherregal. Und eben dieses sollte man hüten wie einen besonders wertvollen Schatz. Auch weil dessen Verfasserin ein Riesentalent ist. Nandi hat viel zu sagen. So steht bei Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Jacinta_Nandi), dass sie sich als "Feministin (versteht), sich in ihren Texten aber gegen Political Correctness (wehrt)". Das merkt man dem vorliegenden Buch auf jeder Seite, mit jedem Satz an. Aber es gibt noch weitaus mehr gute bis beste Gründe, es zu lesen. Einer (und zwar der wichtigste): Nandis schriftstellerisches Können - brutal ehrlich, hoch literarisch und lebensverändernd.
Jacinta Nandi ist eine Autorin, die Geschichten darüber erzählt, was das Leben wirklich ausmacht: über die Rolle der Frau als Mutter, Gattin, Mädchen für alles und alles dazwischen und außerhalb. Sie schreibt über Dinge, die für andere Schriftsteller noch immer ein Tabu sind. Kurzum: Sie ist jemand, die für zahlreiche Leserinnen die Bedeutung einer Freundin, sogar besten Freundin einnimmt. Umso eifriger liest man "Single Mom Supper Club". Dieses Romandebüt eignet sich auch bestens als Hilfe durch die Tiefen des Alltags. Aber nicht nur deshalb ist solch eine Lektüre wichtiger als jemals zuvor. Sie hält uns einen Spiegel vor und zeigt Auswege auf. Von welcher Literatur kann man Ähnliches behaupten?
Susann Fleischer
30.06.2025
