Romane

Ein mitreiendes Historienerlebnis wie aus der Feder von Sarah Dunant

Rom 1497, wenige Wochen nach dem Tod von Juan Borgia: Die mächtige Familie um Papst Alexander VI. hält alle Fäden in der Hand. Doch dann wird die Stadt durch eine mysteriöse Mordserie erschüttert. Innerhalb weniger Tage werden drei Kardinäle tot aufgefunden: einer das Opfer einer schweren Krankheit, der zweite eines Einbrechers und nur der dritte brutal ermordet. So scheint es für Riccardo Fusco, Roms Polizeihauptmann, jedenfalls. In Wahrheit steckt hinter den Fällen ein skrupelloser Täter, der sein Antlitz hinter einer Maske versteckt. Nur beim dritten Mord erhascht ein zufälliger Beobachter, der junge Adlige Andrea Gianani, einen Blick auf das Gesicht des Täters. Dieser entkommt jedoch und streut das Gerücht, Gianani sei der Mörder. Stunden später ist Fusco auf der Suche nach Gianani.

Um nicht im Gefängnis zu landen und ohne gerechtes Gerichtsverfahren zum Erhängen verurteilt zu werden, sieht Gianani einzig einen Ausweg: Ihm bleibt nur die Flucht aus Rom. Verzweifelt und schwer verwundet, dem Tod näher als dem Leben, findet Gianani Unterschlupf bei der Bauerstochter Gemma. Die Borgia sind ihm aber auf der Spur. Denn sie haben kein Interesse daran, dass der wahre Mörder entdeckt wird. Giananis Schicksal ist besiegelt. Es sei denn, er kann seine Unschuld doch noch beweisen. Also zeichnet er ein Bild des Täters und schickt es zu Fusco. Der Polizist hegt immer mehr Zweifel an Gianani als Täter. Er verdächtigt keinen Geringeren als den Papst hinter den Morden. Alexander VI. muss in seinem Treiben aufgehalten werden, aber als Pontifex verfügt er über zu viel Macht ...

Historienkino der mitreißendsten, außerdem genialsten Sorte - in den Geschichten aus Elena und Michela Martignonis Feder wird die Renaissance wieder lebendig, und das in all ihrer Pracht sowie Herrlichkeit. "Borgia - Die Vergeltung" nimmt einen mit auf eine fesselnde Reise ins 15. Jahrhundert. Während der Lektüre, gleich ab dem ersten Satz, wandelt man (zumindest gedanklich) durch Roms Gassen und wirft intime Einblicke in die Palazzo, insbesondere Schlafzimmer der Borgia sowie anderer Adliger. Die Reihe um die Borgia-Familie ist ein Juwel unter den Historienschmökern der letzten Jahre. Hier erfährt man Unterhaltung von Weltklassequalität. Da verschlägt es einem ab der ersten Seite den Atem. Das Schwesternpaar Martignoni ist ein schriftstellerisches Ausnahmetalent. Ihr Können: definitiv zum Niederknien!

Elena und Michela Martignoni sind Italiens Historienladys Nummer eins. Sie schreiben in einer anderen Liga als viele andere ihrer Zunft/ihres Genres. "Borgia - Die Vergeltung" versetzt einen in pure Leseekstase. Über solche Literatur vergisst man die Welt vollkommen um sich herum. Die Erzählkunst der beiden Autorinnen fesselt wie kaum etwas anderes. Und sie kommt einer unvergleichlich berauschenden Verführung für alle Sine gleich. Absolut grandios!

Susann Fleischer 
13.01.2020

 
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Das Buch:

Elena und Michela Martignoni: Borgia - Die Vergeltung. Aus dem Italienischen von Ingrid Exo, Christine Heinzius

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Mnchen: Goldmann Verlag 2019 352 S., 12,00 ISBN: 978-3-442-48962-6

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