Romane

Ein Romandebt, welches das Leben mit all seinen Hhen und Tiefen feiert

Léonard vergöttert seinen Großvater Napoléon, den er "General" nennt, weil "Opa" so alt klingt. Daran ändert sich auch nichts, als Napoléon sich überraschend von seiner Frau Joséphine trennt, zum Entsetzen und Erstaunen der ganzen Familie. Nach der Scheidung ergreift sie die Flucht in die alte Heimat; sie kehrt zurück in die Provence, wo sie ihr Glück zu finden hofft. Léonard und Napoléon werden ein eingeschworenes Team, das so manches verrückte Abenteuer erlebt, das die übrige Familie vor den Kopf stößt. Doch dann muss der Enkel ganz langsam erkennen, was mit seinem Großvater wirklich los ist. Er vergisst Dinge, ihm fallen Begriffe nicht mehr ein und er bringt so manches durcheinander. Ein Besuch beim Arzt bringt die traurige Gewissheit: Napoléon leidet an Demenz.

Die Familie, abgesehen von Léonard, ist überfordert mit der Situation. Man will Napoléon ins Altersheim abschieben. Der allerdings verleugnet die Krankheit. Vielmehr möchte er noch etwas erleben, am liebsten mit Enkel Léonard an seiner Seite. Einzig Léonhard findet Zugang zu dem alten Herrn, der immer verwunderlicher wird. Der Junge merkt, dass sein Großvater sich verändert. Und langsam tauschen beide die Rollen. Aus dem "General" wird nun doch der "Opa", aber Léonard denkt nicht daran, Napoléon im Stich zu lassen. Gemeinsam stellen die beiden sich dem Leben in all seinen Facetten. Nach einem Hoch folgt ein Tief, aber nach Regen folgt auch immer Sonnenschein; hier in Form der Liebe. Schließlich hilft Léonard seinem Opa, Joséphine doch noch die Wahrheit zu sagen ...

Pascal Ruters Erzählkunst kann man partout nicht widerstehen. Seine Geschichten sind eine Versuchung, der man nach nur wenigen Sätzen mit allen Sinnen erliegt. In diesen steckt Poesie der betörend-schönsten Sorte, außerdem berauschendes Leseglück bis zum letzten Satz. "Monsieur Bonheur geht auf Reisen" zeugt von solch einer Schwer-/Wehmut und zugleich Leichtigkeit, dass man nicht weiß, ob man während der Lektüre weinen oder lachen will. Nach nur wenigen Sätzen vollführt das Herz wilde Freudenhüpfer, hoch und höher. Und spätestens nach der letzten Seite bricht es einem. Zwischen zwei Buchdeckeln findet man Literatur, von der einem ganz schwindelig wird. Nichts macht einen taumelnder als die Romane des französischen Autors. Diese sind ein Geschenk von größter Seltenheit. Einfach zum Verlieben!

Unterhaltung mit absoluter Lach-, Wein- und Glücksgarantie - es gibt kaum etwas Schöneres zum Lesen als die Bücher von Pascal Ruter. Kaum "Monsieur Bonheur geht auf Reisen" aufgeschlagen, braucht man mehrere Taschentücher. Hier erfährt man nämlich einen Lesegenuss auf höchstem Niveau, berührendstes Gefühlskino à la "Honig im Kopf". Solch ein Erlebnis findet man nur äußerst selten im Bücherregal.

Susann Fleischer 
20.05.2019

 
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Das Buch:

Pascal Ruter: Monsieur Bonheur geht auf Reisen. Aus dem Franzsischen von Alexandra Baisch

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Mnchen: Knaur Verlag 2019 288 S., 18,00 ISBN: 978-3-426-65441-5

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