Romane

Ein literarisches Juwel, dem man partout nicht widerstehen kann

Frankfurt, 1848: Die Stadt ist in heller Aufregung. Die Nationalversammlung tagt in der Paulskirche. Auch der Verleger Joseph Rütten wird von dieser Aufbruchsstimmung angesteckt. Mit Zacharias Loewenthal möchte er all die wesentlichen Texte drucken, um die Revolution zu befördern - allen voran den Roman "Wally, die Zweiflerin" von Karl Gutzkow. Doch seinen Verlag plagen nicht nur Probleme mit der Zensur, sondern zudem große Geldsorgen. Und Joseph ist verliebt. Wilhelmine Pfaff, die Witwe eines Druckers, hat sein Herz im Sturm erobert. Doch sie trauert um ihren Mann. Ihre verbleibende Energie braucht Wilhelmine für ihre Arbeit. Man hat es als Frau in der Geschäftswelt schwer. Wilhelmine muss kämpfen. Und tut dies auch mit allen Mitteln.

Wilhelmine und Joseph werden Geschäftsfreunde, die in den stürmischen Zeiten der Revolution verzweifelt versuchen zu überleben. Dabei machen sich die beiden unter anderem die Obrigkeit zum Feind. Aber es gibt auch Momente des Glücks, zum Beispiel als Wilhelmine unverhofft Mutter wird. Josephs Dienstmädchen wird ungewollt schwanger und gibt ihr Kind in Wilhelmines Hände. Für ihre Tochter muss Wilhelmine viel riskieren, wenn nicht sogar alles. Aber ist sie dazu wirklich bereit? Die Atmosphäre in der Stadt droht umzuschlagen. Zwei Delegierte werden ermordet - und bald hat man eine Verdächtige gefunden: Henriette Zobel, eine Freiheitskämpferin und Wilhelmines beste Freundin. Wilhelmine und Joseph sind Henriettes letzte Hoffnung, oder ...?

Unterhaltung, die glücklich macht wie kaum etwas anderes - genau die sowie Genuss pur bekommt man mit den Romanen von Ines Thorn in die Hände. Ein schöneres, überwältigenderes Lesegeschenk als in "Der Horizont der Freiheit" findet man nur selten zwischen zwei Buchdeckeln. Das neue Buch der deutschen Autorin ist der Beweis: Thorn gehört zum kleinen Kreis der großen Namen unter den hiesigen Schriftstellern. Sie kann schreiben, dass einem ganz atemlos wird. Ob solch grandioser Erzählkunst fühlt man sich ab der ersten Seite ganz berauscht. Hier erfährt man Lesekino der einsamen Spitzenklasse. Und man unternimmt eine unvergleichlich fesselnde Reise in die Vergangenheit. Das gelingt nur den wenigsten so meisterhaft, geradezu unübertrefflich wie Thorn.

Die Geschichten aus Ines Thorns Feder zeugen von Poesie der schönsten Sorte, außerdem von mitreißender Leidenschaft und so viel Emotion(en), dass einem nach nur wenigen Sätzen das Herz zu brechen droht. Darüber hinaus haben diese eine ungeheure Sogwirkung, der man sich nicht entziehen kann, auch nicht will. "Der Horizont der Freiheit" bedeutet Literatur zum Niederknien. Während der Lektüre verliert man sich mit allen Sinnen in der Story. Definitiv eine Verführung ohnegleichen!

Susann Fleischer 
01.04.2019

 
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Das Buch:

Ines Thorn: Der Horizont der Freiheit

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Berlin: Rtten & Loening 2019 400 S., 18,00 ISBN: 978-3-352-00922-8

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