Romane

Berührendstes Gefühlskino zwischen zwei Buchdeckeln , schöner als jede Hollywood-Liebesschnulze

Am liebsten sitzt Ella abends mit ihrem Verlobten Philip auf der Couch und guckt eine Romantikkomödie nach der nächsten - allerdings nur dann, wenn der Film auch ein Happy End hat. In Fällen wie "Unterwegs nach Cold Mountain", "Doktor Schiwago" und anderen "Liebesklassikern" erfindet sich die junge Frau einfach ein "Better Ending", und teilt es dann später auf einem Blog mit zahlreichen Leserinnen. Doch manchmal fällt man von der Wolke sieben hart auf die Erde: Philip hat Ella betrogen. Sie will ihn vergeben, aber er hat andere Pläne und trennt sich nach sechs Jahren Beziehung von ihr. Ella ist verzweifelt. Kurzentschlossen ergreift sie die Flucht. Die findet allerdings als jähes Ende, als sie ohne Rücksicht auf Verluste einen Mann über den Haufen rennt.

Oscar de Witt ist traurig, weiß es aber nicht einmal. Nach seinem Unfall leidet er an Amnesie. Der Arzt möchte Oscar eigentlich in die psychiatrische Abteilung stecken - schließlich kann er sich nicht mehr um sich selbst kümmern -, aber Ella ist damit ganz und gar nicht einverstanden. Also fängt sie bei ihm als Haushälterin an; ohne im Geringsten zu ahnen, dass ihr Leben bald noch mehr auf dem Kopf gestellt wird als sowieso schon. Und nicht nur ihres: Ella, getrieben von ihren Schuldgefühlen und der Sehnsucht nach einem Happy End, nimmt es sich zur Aufgabe, ihrem Chef zu seinem persönlichen Glück zu verhelfen. Und nebenbei hofft sie auch auf ihr eigenes. Von diesem ist dummerweise aber nichts in Sicht, oder etwa doch?! Manchmal ist das Glück näher als gedacht ...

Literatur, so schön, dass man sich Hals über Kopf darin verlieben muss - in den Romanen von Charlotte Lucas steckt Leseglück pur. Während deren Lektüre macht das Herz wilde Freudenhüpfer, hoch und höher. Und zugleich droht es einem zu brechen. Ab der ersten Seite von "Wir sehen uns beim Happy End" bleibt garantiert kein Auge trocken. Halten Sie besser gleich mehrere Packungen Tempos bereit. Taschentuch-Alarm! Die Story zeugt von Emotionen im Übermaß, und außerdem von spritzigem Humor. Die deutsche Autorin bringt selbst taffe Männer zum Strahlen wie ein Honigkuchenpferd. Die Geschichten aus ihrer Feder sollte es unbedingt auf Rezept geben. Denn diese sind das beste Antidepressivum der Welt. Nach wenigen Sätzen sind alle Sorgen und Probleme vollkommen vergessen.

Dank Charlotte Lucas erfährt man (Frauen-)Unterhaltung, an der auch eine Sophie Kinsella definitiv ihre große Lesefreude hätte. Ihre Bücher hinterlassen bei jedem Leser ein absolutes Wohlgefühl. "Wir sehen uns beim Happy End" ist der schönste Grund, um seine Nachmittage, Abende sowie Wochenenden lesend zu verbringen. Nicht einmal der berührendste Hollywood-Liebesfilm kann mit solch einem Lesevergnügen mithalten. Seufz!

Susann Fleischer
02.01.2018

 
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Das Buch:

Charlotte Lucas: Wir sehen uns beim Happy End

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Köln: Lübbe Verlag 2017
557 S., € 18,00
ISBN: 978-3-7857-2599-3

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